Im Vergleich zu anderen Naturparks in Deutschland finden noch vergleichsweise wenige Touristen den Weg in die märkischen Reservate. Allein 16 000 Besucher zählte die Naturwacht bei ihren Führungen durch die Großschutzgebiete, hinzu kamen Vorträge und Projekttage an Schulen, an denen 7800 Kinder teilnahmen. "Insgesamt 118 000 Menschen haben wir erreicht", berichtete Lütkepohl. In geordneten BahnenÜberhaupt setzt die Behörde auf Wachstum mit Bedacht. "Wir wollen den Tourismus in unseren Großschutzgebieten in geordnete Bahnen lenken und für die Schönheit von Natur und Landschaft begeistern." Umweltministerin Anita Tack (Linke) spricht auch von "zeitgemäßiger Umweltbildung mit Freude am Entdecken". Daneben geht es um ganz konkreten Schutz bedrohter Tierarten und Biotope. Die Mitarbeiter und rund 250 ehrenamtlichen Helfer stellten 2009 etwa 18 Kilometer Amphibienzäune auf - "gegen den massenhaften Straßentod" von Kröten, sagte Lütkepohl. Dabei hat sich Arbeit der Ranger in den vergangenen Jahren enorm verändert. Noch in den 1990er-Jahren mussten sie überwiegend die elf Naturparks, drei Biosphärenreservate und den Nationalpark Unteres Odertal kontrollieren, heute macht das nur ein Viertel des Arbeit aus. Die Ranger erfassen den Bestand, besuchen Schulen, betreuen Info-Zentren, Touren und 30 Jugendgruppen mit mehr als 200 Junior-Rangern. Trotz Teuerung und steigender Löhne bleibt der Landeszuschuss bei 3,9 Millionen Euro stabil. Zusätzlich erwirtschaftete die Naturwacht über Projekte zwölf Prozent ihrer Einnahmen - also 600 000 Euro - selbst. Jedenfalls hatte die Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre Erfolg: 2009 erstatten die Ranger 162-mal Anzeige und stellten in den Großschutzgebieten 912 Verstöße fest, knapp ein Drittel weniger als 2008. Ein wegweisendes Projekt betreut die Naturwacht gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für die zahlreichen mit Munition belasteten Militärflächen im Land, die europaweit einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere bieten.Spezielle HolzernteIm Naturschutzgebiet "Forsthaus Prösa", gelegen auf dem früheren Truppenübungsplatz im Naturpark Niederlausitzer Heide nördlich von Elsterwerda (Elbe-Elster), wird erfolgreich mit speziell gepanzerten Holzerntemaschinen der Abbau von Energieholz erprobt - ohne den Übungsplatz komplett und vor allem teuer beräumen zu müssen. Auch der wirtschaftliche Nutzen der Mahd von Heidekraut für Dämmstoffe oder Biofilter wird getestet.