Dafür erteilte der Nato-Rat in Brüssel den Militärexperten der Allianz den Auftrag, "so schnell wie möglich" Vorschläge auszuarbeiten, wie Nato-Generalsekretär George Robertson mitteilte.
Die Vorschläge werden nach Angaben aus Nato-Kreisen die Übernahme der militärischen Planung für den polnischen Einsatz umfassen.
Der Nato-Botschafter der USA in Brüssel, Nicholas Burns, begrüßte die Entscheidung und sagte, die "Krise" im Bündnis sei nun überwunden. Die Entscheidungen von Mitte April, ab Herbst in Afghanistan das Kommando für die Internationale Schutztruppe (Isaf) zu führen und jene, in Irak eine Rolle zu übernehmen, markierten das Ende einer Krise, die das Bündnis kurz vor dem Irak-Krieg erschüttert habe, sagte Burns. Der Botschafter schloss dabei die Möglichkeit nicht aus, dass das westliche Verteidigungsbündnis in der Zukunft eine größere Rolle spielen könne.
Polen plant heute in Warschau eine Konferenz, um die bis zu 10 000 benötigten Soldaten zusammenzubekommen. Die Regierung in Warschau kann etwa 2000 Soldaten stellen, die in einer der Sicherheitszonen im Irak unter dem Oberkommando der alliierten Besatzungstruppen für Ordnung sorgen sollen. Deutschland hatte bereits erklärt, sich nicht zu beteiligen. Ist die Konferenz erfolgreich, wäre eine Entscheidung der Nato über die logistische Hilfe schon in der kommenden Woche möglich.
Der polnische Beauftragte für den Wiederaufbau des Irak, Ex-Finanzminister Marek Belka, wird noch in dieser Woche nach Bagdad reisen. Das kündigte Ministerpräsident Leszek Miller in Warschau an. Belka werde zum Beraterstab der US-Zivilverwalter gehören.
Außerdem werde in Kürze ein Sonderbeauftragter Gespräche über die Beteiligung polnischer Firmen am Wiederaufbau des Irak führen, sagte Miller im Parlament. (AFP/dpa/roe)