Der in Marienberg (Erzgebirgskreis) stationierte Gefechtsverband ist als zweiter großer Beitrag der Bundeswehr neben dem Deutsch-Niederländischen Korps in Münster vorgesehen. Der Korpsstab in Münster ist Spezialist bei der Führung multinationaler Großverbände. Das Hauptquartier hat 2015 ohnehin den Auftrag, bei Alarmierung innerhalb von 30 Tagen weltweit einsatzbereit zu sein. Es verfügt dafür über einen hochmobilen Gefechtsstand, der völlig unabhängig von vorhandener Infrastruktur eingesetzt werden kann. Zu dem Bataillon "Marienberger Jäger" gehören rund 900 Soldaten mit 30 Schützenpanzern "Marder".

Die neue "Speerspitze" der Nato wird vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise vor allem als Abschreckung gegen Russland aufgebaut. Sie soll innerhalb weniger Tage verlegt werden können - beispielsweise in die Bündnisstaaten im Baltikum. Länder wie Litauen fühlen sich besonders von der russischen Interventionspolitik in Nachbarstaaten bedroht. Ursprünglich war der Start der neuen Eingreiftruppe erst für 2016 geplant. Am Dienstag kamen die Nato-Außenminister jedoch in Brüssel zusammen, um bereits für 2015 eine "Speerspitze" zu beschließen. Das Verteidigungsministerium in Berlin wollte sich zu Details der deutschen Beteiligung zunächst nicht äußern. Diese würden derzeit noch mit den Nato-Militärbehörden und den anderen Bündnispartnern abgestimmt, sagte ein Sprecher.

D as Marienberger Panzergrenadierbataillon 371 bringt unter anderem Einsatzerfahrung im Kosovo und in Afghanistan mit. Außerdem waren die Soldaten unermüdliche Helfer beim Jahrhunderthochwasser 2002 .