"Ich gehe davon aus, dass darüber am Dienstag vor allem bilateral auf den Korridoren sowie beim Essen geredet wird", sagte er.

Das Bündnis und die einzelnen Mitgliedstaaten seien sich einig, dass das Verhalten Syriens gegenüber dem Nato-Mitglied "völlig inakzeptabel" sei. Die Türkei hat seit Mittwoch mehrfach Ziele in Syrien beschossen, nachdem zuvor syrische Mörsergranaten auf türkische Orte abgefeuert worden waren. Bisher hat Ankara jedoch nicht erkennen lassen, dass es militärischen Beistand der Nato gemäß Artikel 5 des Nato-Vertrags erwartet.

"Dieses Thema steht nicht auf der Tagesordnung der Minister, aber natürlich kann jeder Minister jedes Thema ansprechen", erklärte Nato-Sprecherin Carmen Romero vor Journalisten.

Andere Nato-Diplomaten sagten, niemand wolle das Thema Syrien "natoisieren". Auf die Frage nach der Position der Nato im türkisch-syrischen Konflikt erklärte der Nato-Botschafter der USA, Ivo Daalder, am Montag in Brüssel lediglich: "Ich kann nur ganz allgemein sagen, dass wir als Allianz, die dem Schutz aller Verbündeten dient, Pläne für die Verteidigung aller Verbündeten haben."

Hauptthema der Verteidigungsminister am Dienstag soll die im Mai in Chicago beschlossene Reform der Nato sein. Vor allem soll künftig das immer knappere Geld in den Verteidigungshaushalten besser und wirksamer für militärische Fähigkeiten ausgegeben werden.

"Das Ungleichgewicht zwischen den USA und den europäischen Bündnispartnern wächst", sagte ein leitender Nato-Beamter am Montag. Mittlerweile trügen die USA 77 Prozent der gesamten Verteidigungslasten - dies sie politisch höchst problematisch. Die Minister wollen über ein gemeinsames Verfahren sprechen, mit dem Ausgaben und militärische Wirksamkeit verglichen werden könnten.

In einer Kernfrage zeichnet sich jedoch nach Angaben von Diplomaten kein Durchbruch ab: Gemeinsame militärische Einsätze unterliegen nach wie vor diversen nationalen Vorbehalten, eine Einigung auf ein gemeinsames Finanzierungssystem für Einsätze ist auch nicht zu erwarten. Grünes Licht werden die Verteidigungsminister heute für einen neuen militärischen Einsatz in Afghanistan geben. Er tritt an die Stelle des internationalen Kampfeinsatzes der Afghanistan-Schutztruppe Isaf, die bis Ende 2014 abzieht. Anschließend soll es eine "Internationale Ausbildungs-, Beratungs- und Hilfsmission" Itam (International Training, Advisory and Assistance Mission) geben.