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Nato-Alarm für Bundeswehr – erste Übung für neue Speerspitze

Marienberg/Brüssel/Warschau. Die Nato hat erstmals testweise ihre superschnelle Eingreiftruppe alarmiert. Wie ein Sprecher des Militärbündnisses am Dienstag im belgischen Mons bestätigte, machen sich derzeit mehrere Verbände unter erheblichem Zeitdruck in ihren Kasernen abmarschbereit – auch in Sachsen. dpa/uf

Insgesamt sind nach Bundeswehrangaben 900 Soldaten aus Deutschland an der Übung beteiligt - 750 stellt das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg im Erzgebirge. Ziel der Übung ist es, neue Abläufe für den Ernstfall zu trainieren. Wenn nötig, sollen Nato-Soldaten künftig innerhalb von zwei bis fünf Tagen bereit für die Verlegung in ein Krisengebiet sein.

Truppenbewegungen werden bei der aktuellen Übung allerdings nur in den Niederlanden und Tschechien trainiert. Dort müssen sich die alarmierten Soldaten am Donnerstag auf Militärflugplätzen einfinden. Die beteiligten Verbände waren vor einer Woche für den Test in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Die neue Krisentruppe der Nato wird vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts vor allem als Abschreckung gegen Russland aufgebaut.

Polen will unterdessen seine rund 200 Kilometer lange Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad verstärken. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes sollen sechs Beobachtungstürme errichtet werden, um die Grenze rund um die Uhr von dort aus zu überwachen. Derzeit werde die technische Ausstattung der 35 bis 50 Meter hohen Türme getestet, sagte Miroslawa Aleksandrowicz von der Grenzschutzstelle Masuren in Ketrzyn der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Die Baukosten betragen den Angaben zufolge rund 14 Millionen Zloty (etwa 3,5 Millionen Euro).

Zwischen den Grenzregionen Polens und Kaliningrad besteht ein "kleiner Grenzverkehr", der eine visumfreie Einreise ermöglicht. 2014 reisten rund 3,2 Millionen Polen und 3,3 Millionen Russen in die Nachbarregion. Der Ukraine-Konflikt hatte darauf wenig Einfluss.