Schlimmer noch: Es nimmt bereits Kurs auf ihr Nasenloch.

Denn die zerstörerische Wirkung von Nasensprays stellt die von Alkohol, harten Drogen und Zigaretten offenbar weit in den Schatten. Nur so jedenfalls lässt es sich erklären, dass Verkäufer einen Weintrinker oder Raucher nie auf Suchtgefahren hinweisen. Auch von Drogendealern wurde nichts dergleichen berichtet. Beim Kauf des Nasensprays jedoch fragt der Apotheker kritisch nach: „Wie lange haben Sie das genommen?“ Und jetzt warnt sogar die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Mehr als 100 000 Bundesbürger sind bereits von Nasenspray abhängig! Und die Dunkelziffer erhöht sich vermutlich alle Nase lang.

Zwar gilt in Künstlerkreisen noch nicht: „Nasenspray ist das neue Kokain.“ Aber Vorsicht tut not. Wer im Besitz von Erkältungsarznei ist, sollte nachts nicht mehr auf der Straße herumlaufen. Süchtige – erkennbar an großen Nasenlöchern und verdächtig freiem Atmen – könnten in ihrer Tasche Schnupfensprays vermuten. Und geholfen werden kann diesen armen Menschen leider kaum. Denn sie wollen sich einfach nicht der Tatsache stellen: Es ist ganz normal, wenn man die Nase voll hat.