Drei Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Ein Funkwagen sowie ein Wartehäuschen der Verkehrsbetriebe wurden beschädigt.
Insgesamt verliefen die Feiern aber deutlich friedlicher als in den vorangegangenen Jahren. Ein Polizeisprecher nannte als Gründe vor allem das Flaschen- und Dosenverbot, den Einsatz von Antikonflikt-Teams der Polizei und die Beleuchtung der Veranstaltungsorte im Mauerpark in Prenzlauer Berg sowie am Boxhagener Platz in Friedrichshain.
Die Polizei, die mit deutlich mehr als 1000 Beamten im Einsatz war, äußerte sich sehr zufrieden. Die Beamten hätten sich zurückgehalten, solange es ging, dann aber konsequent eingegriffen, hieß es.
Am Boxhagener Platz im Stadtteil Friedrichshain bewarfen nach einer friedlichen Kundgebung linksradikaler Gruppen gegen "Yuppisierung und Umstrukturierung" und mehreren Konzerten etwa 40 Vermummte Polizisten immer wieder mit Flaschen. Ein Feuer aus Kleidungsstücken und Holzbalken von einer Baustelle wurde schnell von der Polizei gelöscht. Beamte mit Helmen und Schutzkleidung nahmen gezielt Randalierer fest. Als die Flaschenwürfe nicht aufhörten, räumten die Beamten gegen Mitternacht das Gelände. Auch in der Grünberger Straße kam es zu Flaschen- und Steinwürfen.
Am Mauerpark blieb es bei einem friedlichen Volksfest mit rund 1000 Menschen. Dort war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei gekommen Die Gewalt eskalierte vor zwei Jahren, als in der Walpurgisnacht 175 Polizisten zum Teil durch Steinwürfe verletzt wurden.
In Berlin-Kreuzberg feierten gestern tausende Menschen das "Myfest" - ein vom Bezirksamt organisiertes Volksfest. Es war am Vormittag mit einem Ökumenischen Gottesdienst und dem Appell "Keine Gewalt" eröffnet worden. Zwischen Heinrich-, Mariannen- und Oranienplatz waren zahlreiche Bühnen und Imbissstände aufgebaut.
An zwei Demonstrationen der linken Szene am Nachmittag im Szene-Stadtteil Kreuzberg beteiligten sich laut Polizei insgesamt mehr als 2000 Menschen. Nach Polizeiangaben waren davon rund 1200 Menschen bei der "Revolutionären 1.-Mai-Demonstration" durch Kreuzberg und Neukölln, zu der maoistische und kurdische Gruppen aufgerufen hatten. "Die Zeit des Kapitalismus ist abgelaufen, wir brauchen eine radikal andere Welt", sagte eine Rednerin auf dem Oranienplatz. Mit dem "Myfest" des Bezirksamtes sollten Demonstranten aus Kreuzberg vertrieben werden, kritisierte sie. Die Polizei hielt sich mit einem Großaufgebot von Beamten in Seitenstraßen in Bereitschaft. (dpa/ab)