Der bunte Vogel war längst ausgeflogen, stattdessen hatten dort Fledermäuse einen Unterschlupf gefunden. Sein Interesse war geweckt. Heute gilt er als Fledermaus-Experte in der Lausitz.

Bedrohte Säuger
„Mein Hauptanliegen ist der Fledermausschutz“ , sagt der Hobby-Forscher aus Pließkowitz im Landkreis Bautzen. Bei der heutigen 1. Kamenzer Fledermausnacht will er allen Interessierten seine lieb gewonnenen Nachtschwärmer ein Stück näher bringen. „Anlass für dieses Sommerfest war für uns, auf die bedrohte Art aufmerksammachen“ , sagt Hauke Schieck, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit im Museum der Westlausitz. Die Sammlung hat gemeinsam mit dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und dem Sächsischen Verband zur Fledermausforschung und -schutz (SVF) diesen Abend für die Kobolde der Nacht organisiert.
Dabei solle es auf keinen Fall gruselig werden, verspricht Hauke Schieck. Im Hofgarten des Elementariums könnten ab 19 Uhr Kinder Fledermausmasken und -plüschtiere basteln, die Väter vielleicht einen Fledermauskasten bauen. Zusätzlich werden Dias über die nachtaktiven Tiere gezeigt. Wer wissen will, wo Fledermäuse wohnen, sollte 22.30 Uhr an der Exkursion mit Arndt Hochrein durch die Kamenzer Altstadt teilnehmen.
Der Naturschützer schätzt, dass im Kamenzer Land 15 oder 16 Fledermausarten leben. Die kleinsten Tiere seien wahrscheinlich Mückenfledermäuse, höchstens vier bis sechs Gramm schwer, die größten könnten die Großen Mausohren sein - mit einem Gewicht von 30 bis 40 Gramm, meint der 57-Jährige.
Insgesamt sei der Landkreis Kamenz eine gute Gegend für die Flugkünstler. „Es gibt noch genügend Wald, auch kleine Wäldchen in den Feldern und viel Wasser“ , urteilt der Experte. Die Fledermäuse haben in diesem Jahr, wie Hochrein sagt, ihre warmen Stadtquartiere verlassen und sich kühlere Schlafstätten gesucht. Um den Jägern der Nacht trotzdem auf die Spur zu kommen, werden ihre Laute mit dem Bat-Detektor geortet. Das Faszinierende sei, dass sich jede Art in einer anderen Frequenz verständigt.

Nützliche Gäste
Fledermausfreunde aus der Lausitz, die in ihren Häusern den Tieren noch Unterschlupf gewähren oder sogar Quartiere bauen, werden an diesem Abend mit der Plakette „Fledermaus komm' ins Haus“ geehrt. Mit dem Erhalt einer Sommerstube unter dem Dach oder einem Quartier im Keller kann den in Sachsen vom Aussterben bedrohten Fledermäusen das Überleben gesichert werden, sagt Schieck.