Insider kommentieren die Nachtflugeinschränkung für den BBI als möglichen Nachteil im Ferien- und Frachtflugverkehr. Vor allem Frachtflug findet international nachts statt.
Die Ferienfluggesellschaften könnten deshalb, so wird in Berlin befürchtet, nach Halle/Leipzig ausweichen, da dort der Flugbetrieb nicht eingeschränkt ist. Gegenwärtig gibt es in Schönefeld noch einen durchgehenden 24-Stunden-Betrieb.
So sieht die Fluggesellschaft Air Berlin durch die Auflagen bereits die Wirtschaftlichkeit des BBI gefährdet. "Es wird darauf ankommen, wie die Genehmigungsbehörde mit den drei kritischen Stunden um geht", sagte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel. Neben einem generellen Flugverbot von Mitternacht bis fünf Uhr haben die Leipziger Richter Einschränkungen für die Zeit von 22 bis 24 Uhr und von fünf bis sechs Uhr verfügt. Dann sind Flüge nur erlaubt, wenn sie "aus nachvollziehbaren Gründen" nicht am Tage abgewickelt werden können. Wenn dadurch für alle infrage kommenden Flüge eine Ausnahmegenehmigung erwirkt werden müsse, sei das "eine Katastrophe", so Hauptvogel. Dann würde sich der derzeitige Zustand, mit einem Nachtflugverbot in Tegel ab 23 Uhr, verschlechtern. Air Berlin nutzt den Flughafen Tegel, der nach der Eröffnung des BBI geschlossen werden soll.
Auch die Lufthansa sieht in dem Nachtflugverbot Probleme. "Es kann nicht sein, dass es einen Rückschritt gibt hinter den Status quo", sagte Konzernsprecher Klaus Walther. Der zur Lufthansa-Tochter Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor habe beispielsweise Charterflüge, die um 4.30 Uhr starten. Dies wäre vom neuen Flughafen nicht möglich. (Eig. Ber./mü/dpa)