Im Fußball-Derby gegen Groß Leuthen/Gröditsch vergangenen Sonnabend hatten Zuschauer das Schiedsrichterkollektiv nach dem Abpfiff massiv beschimpft. Die Verhandlung soll am kommenden Mittwoch stattfinden.

Nach Spielschluss war der Assistent von einem Zuschauer geschupst und mit Schmährufen beleidigt worden. Spieler vom gegnerischen Verein Groß Leuthen/Gröditsch hatten die Referees bis zur Kabine begleitet. Mehrere neutrale Zuschauer bestätigten der RUNDSCHAU die antisemitischen Äußerungen. Schönwaldes kommissarischer Vereinschef Klaus Milke zeigte sich gestern von den Vorwürfen überrascht: "Ich habe nichts gehört."

Bereits am 30. August hatten Schönwalder Zuschauer einen Spieler von Petershagen/Eggersdorf während eines Einwurfes bedrängt und verletzt. Mit beiden Vorfällen wird sich das Sportgericht beschäftigen.

Der Verein hat bisher keine Stellungnahme abgegeben und sich auch nicht entschuldigt, sagt Staffelleiter Ralph Belling aus Fürstenwalde. Er geht davon aus, dass der Klub mit Sanktionen rechnen muss. Das Mindeste wäre ein Stadionverbot. Die Statuten sehen zudem Geldstrafen bis zu 5000 Euro vor. Eine dritte Verhandlung wegen ähnlichen Vorfällen könnte den Ausschluss vom Spielbetrieb bedeuten.

Die Vorkomnisse sind auch für den langjährigen Staffelleiter ein Novum. "So etwas habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt", sagt Belling. Der Verein hätte längst reagieren müssen.

"Antisemitische Äußerungen gehören auf keinen Fußballplatz oder sonst irgendwohin", sagt Benjamin Kaiser, Vorsitzender des Fußballkreis Spreewald. Diese seien nicht zu tolerieren. Der Vorstand habe bereits in Absprache mit dem Schiedsrichteransetzer reagiert. Demnach sollen in den kommenden Wochen bei den Spielen in Schönwalde Beobachter dabei sein.

Bei Wacker Schönwalde hatte es in der Vergangenheit bereits mehrfach rechtsradikale und menschenverachtende Zuschauer-Äußerungen gegeben. Beim Pokalspiel in Missen am 26. März dieses Jahres hatten Gästefans, die gleichzeitig Spieler der zweiten Mannschaft waren, rassistische Parolen Richtng Gegner skandiert. Das kreisliche Sportgericht reagierte milde und verurteile den Verein zu einer Strafe von 180 Euro.