Der Zustand der Gewässer in Sachsen ist voraussichtlich erst in etwa 15 Jahren annähernd optimal. Dabei spielen weniger Schadstoffe, sondern Hindernisse für Fische und andere Wasserlebewesen eine entscheidende Rolle, wie Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung des jüngsten Umweltberichtes sagt.

Derzeit seien etwa 79 Prozent der Gewässer in einem guten chemischen Zustand, also weitgehend frei von Schadstoffen und damit sauber. Beim Punkt Ökologie liege dieser Wert - gemessen an den strengen Vorgaben der Europäischen Union für den Lebensraum von Fischen und anderen Tieren - erst bei 20 Prozent. Um das zu verbessern, müssten weitere Bauwerke an und in Flüssen beseitigt oder etwa mit Fischtreppen durchlässig gemacht werden. "Das ist ein Schwerpunkt unserer weiteren Arbeit", sagt Kupfer.

Seit 2009 seien 97 der 279 Wehre und andere Hindernisse so verändert worden, damit sie den Lebensraum von Wasserbewohnern nicht mehr maßgeblich beeinträchtigen. Ein Vergleich zum letzten Umweltbericht von 2007 ist laut Kupfer nicht möglich, weil die strengen Bewertungsmaßstäbe erst später festgelegt worden waren. Werde nur eines von zahlreichen Kriterien nicht erfüllt, scheitere eine gute Bewertung. "Bei einer Vielzahl von Gewässern liegt das nur an einem oder zwei Parametern", sagte der Minister. Brennpunkte nannte er nicht. Ein Umweltbericht wird einmal je Legislaturperiode von der Regierung vorgelegt.