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Nachahmer sprengen Geldautomaten

FOTO: Ute Richter
Potsdam. Die Serie von Sprengstoffanschlägen auf Geldautomaten reißt nicht ab. Zuletzt war erneut Guben Ziel der Banden. Bodo Baumert

Wie die Polizei in Potsdam bestätigt, hält die Verbrechensserie an. Es gebe im ersten Halbjahr erneut einen leichten Trend nach oben, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke gegenüber der RUNDSCHAU. Im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl deutschlandweit verdoppelt. Neben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ist Brandenburg weiter einer der Haupt-Tatorte.

Bisher sind es professionelle Banden, oft aus dem Ausland, die es auf die Geldautomaten abgesehen haben. Entsprechend schwer ist es, ihrer habhaft zu werden. Nun beobachtet die Polizei in Brandenburg allerdings einen neuen Trend. "Wir haben es hier und da mit Nachahmern zu tun", bestätigt Mörke. Diese fallen dadurch auf, dass sie sich zum Teil dilettantisch anstellen beim Versuch, Gas in die Geldautomaten einzufüllen, um diese dann zu sprengen.

Darin liegt zugleich eine Gefahr. Denn während die Profi-Bankomatensprenger ihre Explosionen immer gezielter steuern und so auch seltener große Schäden an den Gebäuden anrichten, wissen die Trittbrettfahrer zum Teil nicht, was sie tun. Sabine Vogt, Leiterin der Abteilung für schwere und organisierte Kriminalität beim Bundeskriminalamt (BKA), hatte mit Blick auf die Bankomatensprenger erst kürzlich gewarnt: "Unsere Sorge ist, dass es nicht bei Sachschäden bleibt und irgendwann auch Menschen betroffen sein werden."

318 Bankomatensprengungen zählte das BKA 2016 deutschlandweit. In Brandenburg kam es 2016 zu 28 Automatensprengungen.