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| 11:28 Uhr

Nach Verfolgungsjagd in Bad Liebenwerda: Brennendes Auto im Wald

Das Auto der mutmaßlichen Bankautomatensprenger in Falkenberg wurde nahe der Gaststätte "Waldfrieden" in Prösen abgefackelt. Der Wagen wird jetzt zur kriminalpolizeilichen Untersuchung nach Eberswalde gebracht.
Das Auto der mutmaßlichen Bankautomatensprenger in Falkenberg wurde nahe der Gaststätte "Waldfrieden" in Prösen abgefackelt. Der Wagen wird jetzt zur kriminalpolizeilichen Untersuchung nach Eberswalde gebracht. FOTO: Frank Claus (LR-MOB-RED-662)
Prösen. Die Polizei hat am frühen Freitagmorgen in einem Wald im Ortsteil Prösen der Gemeinde Röderland (Elbe-Elster) ein brennendes Auto gefunden. Sie geht davon aus, dass es der Wagen ist, den Beamte gestern in Bad Liebenwerda verfolgt hatten. In dem Wagen saßen die mutmaßlichen Täter, die vorher in Falkenberg zwei Geldautomaten gesprengt haben. Mit dem Abrennen des mutmaßlichen Fluchtautos sollen vermutlich Spuren verwischt werden. lsc

"Die Spurensicherung geht davon aus, dass das Auto, das gefunden wurde, der Wagen ist, der gestern in Falkenberg und Bad Liebenwerda eine Rolle gespielt hat ", sagt Mario Heinemann, Sprecher vom Polizeipräsidium Potsdam. Der Autotyp, ein Audi A 6, und Fragmente des Kennzeichens, ein polnisches Kennzeichen, deuteten darauf hin.

Ziel dieser Aktion sei es laut Heinemann Spuren zu verwischen. Ob das den vermeintlichen Geldautomatensprengern gelungen ist, oder Feuer und Löschwasser verwertbare Spuren zerstört haben, muss nun die Kriminaltechnik herausfinden.

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, stehen Beamte der Soko Fläming, die den Fall übernommen hat, in engem Kontakt mit polnischen Kollegen. So sei noch gestern eine grenzübergreifende Fahndung eingeleitet worden.

Besonders bemerkenswert sei laut Mario Heinemann die Rücksichtslosigkeit, mit der die Täter in Bad Liebenwerda vorgegangen sind: "Sie haben die Gefährdung anderer in Kauf genommen." Als Polizeibeamte die Verfolgung des Wagens mit den mutmaßlichen Geldautomatensprengern aufnahmen, schmissen diese sogenannte Krähenfüße aus den Fenstern. Die Metallkrallen bohren sich in Autoreifen, zerstören diese. Davon betroffen, war nicht nur der Streifenwagen, der mit platten Reifen die Verfolgung nicht fortsetzen konnte, betroffen waren auch rund 20 weitere Fahrzeuge von Unbeteiligten, darunter ein Bus und ein Lkw.

Auch die Sparda-Bank-Filiale in Falkenberg hat massive Schäden davon getragen. Die Geldautomaten wurden völlig zerfetzt, auch die dahinter befindlichen Servicebüros wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Ein Beispiel für die Aggressivität der Täter sei auch der Fall in Altdöbern im Juni 2015 gewesen. Dort wurde ein Geldautomat gesprengt. Die Explosion war so gewaltig, dass im direkt angrenzenden Nettomarkt ein Großbrand ausbrach. Auch hier hätten die Täter laut Heinemann die Verletzung und Gefährdung Unbeteiligter in Kauf genommen, aber zum Glück sei nichts passiert.

Als Grund für das massive Vorgehen der Automaten-Banden nennt Heinemann auch den hohen Verfolgungsdruck. Je näher die Polizei an den Tätern dran sei, umso rücksichtsloser würden diese werden. "Wir gehen davon aus, dass in Brandenburg mehrere Banden aktiv sind", so der Sprecher vom Potsdamer Polizeipräsidium.