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Nach Spitzengespräch folgt Radio-Spezial zum RE 2

Fünf Minuten zu spät in Berlin: Bis nach Cottbus kann der RE 2 diese Zeit nicht mehr aufholen. Der Fahrplan ist dafür zu eng gestrickt.
Fünf Minuten zu spät in Berlin: Bis nach Cottbus kann der RE 2 diese Zeit nicht mehr aufholen. Der Fahrplan ist dafür zu eng gestrickt. FOTO: Ch.Taubert
Cottbus. Pünktlichkeit, Strecken-Splittung, Spreewald-Zug: Ministerin Kathrin Schneider stellt sich in Kolkwitz den Fragen zur Bahnlinie Cottbus-Berlin-Wismar. Christian Taubert

Nach der Absage vor anderthalb Wochen wird es morgen das Spitzengespräch zur Regionalexpresslinie (RE) 2 mit Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) geben. In Cottbus soll dabei mit den Landräten von Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz, Experten sowie Bürgermeistern und Vertreter der drei gekappten Lausitzer Bahnhalte Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch über eine neue RE 2-Studie beraten werden.

Das umfangsreiche Gutachten, das die Stadt Vetschau und die Großgemeinde Kolkwitz in Auftrag gegeben hatten, war zu dem Schluss gekommen, dass nur eine Aufsplittung der längsten RE-Strecke Brandenburgs eine gangbare Lösung für den RE 2 bringen kann (die RUNDSCHAU berichtete). So haben die Autoren einen Südabschnitt Cottbus - Berlin-Charlottenburg und einen Nordwestabschnitt Wismar - Berlin-Ostbahnhof vorgeschlagen. Statt des Meinungsaustausches zu dieser Variante war das Spitzengespräch kurzfristig abgesagt und die Analyse von Mitgliedern des Fahrgastverbandes Pro Bahn nach RUNDSCHAU-Informationen direkt zur Prüfung an DB Netz und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg weitergegeben worden.

Für Dieter Doege von Pro Bahn ist das zunächst ein gutes Zeichen. "Immerhin wird geprüft und nicht einfach zu den Akten gelegt", sagt er. Seit Jahren kritisiert Doege das "viel zu enge Fahrplan-Korsett des RE 2". Für ihn gehe nach der Analyse kein Weg an der Zweiteilung der Linie vorbei, um mehr Pünktlichkeit für den Zug zu erreichen.

Nach Einschätzung von Ministerin Schneider ist der RE 2 seit der Abkopplung der drei Lausitz-Halte Ende 2016 deutlich zuverlässiger geworden. Und um die drei Halte wieder an die Strecke anzukoppeln, schlägt sie einen Spreewald-Zug vor, der alle zwei Stunden zwischen Cottbus und Lübben verkehren soll. Bis nach Berlin würde diese Regionalbahn 40 Minuten länger als der RE benötigen.

In einer Live-Sendung aus der Reihe "radioeins und RUNDSCHAU Spezial" (siehe Infobox) sollen morgen Abend in Kolkwitz Lösungswege für den RE 2 mit der Ministerin diskutiert werden. Die Pro Bahn-Akeure der Arbeitsgemeinschaft ÖPNV-intakt haben dafür die Pünktlichkeit auf dieser Bahnlinie genau unter die Lupe genommen. Dabei verweisen sie für das Jahr 2016 darauf, dass die Pünktlichkeit des RE 2 trotz der umstrittenen Schließung der Lausitzer Halte chronisch schlecht ist. Der Spreewald-Zug würde aus deren Sicht die RE 2-Probleme sogar noch verschärfen, weil sich beide Züge gegenseitig behindern.

Die Experten belegen, dass die Reisenden zwischen Cottbus und Berlin an jedem Tag und zu jeder Zeit mit erheblichen Verspätungen rechnen müssen. Und dafür gebe es nur eine Erklärung: der schlechte Fahrplan mit nicht auskömmlichen Fahr- und Haltezeiten.

Mehr zur Debatte um die Bahnlinie Cottbus-Berlin-Wismar: www.lr-online.de/re2

Zum Thema:
Um die Zukunft der drei Lausitzer Bahnhalte Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz geht es bei einer Sendung aus der Reihe "radioeins und RUNDSCHAU Spezial" am Mittwoch, 15. März. Ab 19 Uhr diskutieren Jan Vesper (radioeins) und Jan Siegel (RUNDSCHAU) bei einer Livesendung im Ratssaal von Kolkwitz (Spree-Neiße) mit Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), Kommunalpolitikern, Bahnexperten und Bürgern. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie die drei Haltepunkte der RE 2-Strecke zwischen Cottbus und Berlin künftig auch tagsüber wieder regelmäßig von Zügen angefahren werden können. Die Livesendung (95,1 MHz)ist offen für alle Interessenten.