Welche Orte sollte man meiden?
Von Tagesausflügen und längeren Trips nach Kairo und Alexandria rät das Auswärtige Amt in Berlin vor dem Hintergrund der gewaltsamen Zusammenstöße ab. Deutsche, die bereits dort sind, sollten sich gut überlegen, ob sie bleiben wollen. Ein Transitaufenthalt am Hauptstadtflughafen sei aber unbedenklich. "Der Flughafen funktioniert normal und ist gut gesichert", teilt die Behörde mit.

Kann ich noch Urlaub am Roten Meer oder eine Nilkreuzfahrt machen?
Reisen in die Urlaubsgebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberägypten wie Luxor oder Assuan sowie Nilkreuzfahrten sind laut Auswärtigem Amt nicht gefährlich. Auch die Reiseveranstalter geben Entwarnung für die typischen Ferienorte und für Flusskreuzfahrten. Die Reiseunternehmen informieren sich laufend bei ihren Partnern vor Ort über die Lage im Land. "Da herrscht absolutes business as usual", sagt Kai Krämer, der bei Phoenix Reisen für Ägypten zuständig ist. Alltours hat sicherheitshalber alle Tagesausflüge aus den Feriengebieten nach Luxor abgesagt. In den Urlaubsorten am Roten Meer kämen gelegentlich Menschen zu kleineren Demonstrationen zusammen, sagt Sprecher Stefan Suska. "Aber die sind absolut friedlich, und sonst ist überhaupt nichts zu spüren." Der Sturz des Präsidenten habe an dieser Situation vorerst nichts geändert, sagt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV).

Wie reagieren Reiseveranstalter und Reedereien?
DER Touristik und Tui bieten kostenloses Umbuchen oder Stornieren für Reisen nach Kairo bis zum 8. Juli an. Tagesausflüge in die Hauptstadt haben beide Unternehmen vorläufig abgesagt. Phoenix Reisen hat am Dienstag Urlauber aus Kairo in Hotels in den Ferienorten oder auf Nilschiffe gebracht. Bleibe die Situation unverändert, dürften voraussichtlich auch Gäste von Phoenix Reisen, die bereits gebucht haben, kostenlos stornieren oder umbuchen, sagt der Ägypten-Verantwortliche Kai Krämer. Alltours hat ohnehin keine Übernachtungsgäste in Ägyptens Hauptstadt, Tagestrips dorthin unternimmt der Veranstalter bereits seit zwei Wochen nicht mehr. Auch Neckermann hat derzeit nach eigenen Angaben keine Gäste in Kairo.

Aida Cruises hätte am 8. Juli Port Said angelaufen. Die "Aida Diva" werde nun stattdessen in Ashdod (Israel) Station machen, erklärte eine Sprecherin. Bis Oktober stehen noch weitere Anläufe in Port Said auf dem Programm. Wie das Unternehmen mit diesen verfahre, sei noch unklar.

Kann ich auch kostenlos stornieren, wenn mein Veranstalter das noch nicht anbietet?
Bietet der Veranstalter keine kostenlose Stornierung oder Umbuchung einer Kairo-Reise an, gilt nach Einschätzung des Reiserechtlers Paul Degott Folgendes: Wenn die Reise massiv beeinträchtigt ist, weil der Urlauber zum Beispiel Museen im Stadtzentrum anschauen wollte, dort jetzt aber gewaltsame Ausschreitungen sind, kann er kostenlos von der Reise zurücktreten.

Schlechtere Karten haben Urlauber, die eine Reise ans Rote Meer planen. Kostenloses Stornieren der Reise ist nicht möglich. "Ein ungutes Gefühl rechtfertigt nie einen kostenlosen Rücktritt", sagt Degott. Daran ändere sich nur dann etwas, wenn es auch in den Urlaubsregionen massive Demonstrationen oder gewalttätige Auseinandersetzungen gibt. In diesem Fall sei die Reise massiv beeinträchtigt - und der Urlauber könne kostenlos zurücktreten. Wer auch den Urlaubsorten am Roten Meer nicht traut, sollte einfach mal mit dem Hotel oder der Fluggesellschaft reden, rät Sabine Fischer-Volk, Reiserechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. "Wir empfehlen immer, sich um Kulanz zu bemühen."

Kann ich eine Reisepreisminderung verlangen, wenn mein Tagesausflug nach Kairo abgesagt wurde?

Für nicht erbrachte Leistungen gibt es Geld zurück. Ein abgesagter Ausflug ist eine solche. Wer bereits vor Beginn der Reise einen bestimmten Ausflug gebucht hat, der nun umgeroutet wird, kann das Ersatzangebot annehmen, muss aber nicht. Entscheidet er sich dagegen, muss ihm der Veranstalter laut Degott das Geld zurückzahlen.

Zum Thema:
Nicht notwendige Reisen nach Kairo und Alexandria zu vermeiden; Reisen nach Ägypten auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer, auf Touristenzentren in Oberägypten wie Luxor und Assuan oder auf Nilkreuzfahrten zu beschränken; bei Transitreisen über den Flughafen Kairo bestehen keine Bedenken.