Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags (PKGr), Thomas Oppermann (CDU), nannte die Kooperation der Landesverfassungsschutzämter mit dem Bundesamt für Verfassungschutz. „dringend verbesserungswürdig“. Nach einer ersten Sitzung des Kontrollgremiums am Dienstag kündigte der SPD-Politiker eigenständige Ermittlungen an. Nach Angaben von Oppermanns Stellvertreter Hartfrid Wolff (FDP) will das Gremium außerdem mögliches Fehlverhalten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) überprüfen. Einerseits müsse geklärt werden, ob die Kölner Behörde angesichts der in verschiedenen Bundesländern verwendeten gleichen Tatwaffe „nicht von sich aus hätte tätig werden müssen“. Andererseits sei zu klären, „ob die zuständigen Landesbehörden pflichtgemäß an das Bundesamt berichtet haben“. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, der ebenfalls dem Gremium angehört, sagte dem Sender n-tv: „Unser deutscher Verfassungsschutz hat versagt.“

Anders äußerte sich der Lausitzer Bundestagsageordnete Wolfgang Neskovic von der Linksfraktion. Er sprach angesichts der Forderungen nach einer Neustrukturierung des Verfassungsschutzes von Aktionismus. Das bestehende Gesetz sehe „die allseits gewünschte Verzahnung“ in jeder Hinsicht schon vor. Es müsse nur richtig angewendet werden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) forderte bereits am Sonntag eine „bessere Verzahnung von Polizei und Verfassungsschutz auf Länderebene“. Er wies den Vorwurf zurück, die Justiz sei auf dem „rechten Auge blind“.