In Potsdam hat die Staatsanwaltschaft in dieser Woche Anklage gegen ein Polen (35) erhoben. Der Mann, der seit Oktober in U-Haft sitzt, soll der Kopf einer mindestens achtköpfigen Bande von Autodieben sein. Mindestens 50 – meist hochwertige Fahrzeuge – soll die Bande in Brandenburg, Berlin und andernorts gestohlen haben.

Bei seiner Verhaftung vor fünf Monaten hatte der 35-Jährige bereits für reichlich Wirbel gesorgt. In Döbern hatte die Polizei versucht, ihn in seinem Fahrzeug zu stoppen. Doch der Pole raste davon, rammte in der Forster Straße mehrere Autos und versuchte anschließend noch, zu Fuß zu entkommen. Nach seiner Verhaftung musste er zunächst einmal im Krankenhaus versorgt werden.

Wie die Polizei erst jetzt bestätigt, war die Festnahme in Döbern kein Zufall. „Es handelte sich um einen gezielten Zugriff“, sagt Polizeisprecher Torsten Herbst auf Nachfrage. Die Ermittlungen gegen den 35-Jährigen und seine Bande liefen da bereits seit Monaten.

Mittlerweile können die Ermittler des Landeskriminalamtes ihm persönlich 22 Diebstählen im Wert von rund 1,5 Millionen Euro nachweisen. Drei seiner Komplizen sitzen in Haft. Gegen vier weitere laufen die Ermittlungen noch.

Auch die Werkstatt der Diebe in Polen ist mittlerweile ausgehoben. Dort hatten sie die geklauten Pkw zerlegt und in Einzelteiilen an andere Hehler verkauft, die diese wiederum bis in den Libanon und in die Vereinigten Arabischen Emirate verschifften. Die Hehler wurden kürzlich von der Polizei in Baden-Württemberg gefasst.

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