Weder Arbeitslosigkeit noch Kriminalität trüben das Leben der mehr als 3000 Bewohner auf dem Archipel im Südatlantik. Am Montag jährt sich der Beginn des argentinisch-britischen Krieges um die in Lateinamerika Islas Malvinas genannte Inselgruppe zum 25. Mal. Bunker und Minenfelder zeugen noch davon, doch inzwischen gelten die Falklands als wirtschaftliches Boomgebiet.
Als ein Expeditionskorps argentinischer Soldaten am 2. April 1982 zu den mehr als 500 Kilometer entfernten Inseln aufbrach und sie einen Tag später besetzte, regierte der Militärmachthaber Leopoldo Galtieri das südamerikanische Land. Bis heute beansprucht Argentinien die Inselgruppe, welche die Briten 1833 eroberten. Die Junta in Buenos Aires ließ damals die Muskeln spielen und forderte London heraus.
Drei Tage später, am 5. April 1982, stachen in Portsmouth britische Flotteneinheiten in See, um die Kronkolonie im Südatlantik wieder dem Herrschaftsbereich Großbritanniens einzugliedern. Nach verlustreichen Kämpfen eroberten britische Landetruppen schließlich die Falklandinseln zurück. Argentinien kapitulierte am 14. Juni.
"Es ist fürcherlich, das auszusprechen - wegen der vielen Toten -, aber der Krieg war ein Segen für die Falklands", sagt die 57-jährige Inselbewohnerin Jenny Luxton. Vor dem Krieg bestand die Haupteinahmequelle in der Schafzucht. Die Wolle wurde einmal im Jahr mit dem Schiff nach Großbritannien gebracht. Viele "Kelpers", wie sich die Inselbewohner nennen, fuhren mit und kehrten nicht mehr zurück. Damals dünnte die Inselbevölkerung von etwa 1800 Einwohnern immer mehr aus. Das Bruttoinlandsprodukt lag bei durchschnittlich 3500 Dollar je Einwohner. Heute ist es auf 50 000 Dollar (37 500 Euro) gestiegen.
Ein 1986 gegründetes Fischereigebiet und die Vergabe von Lizenzen an europäische und asiatische Fangflotten, deren jährliche Beute bei rund 300 000 Tonnen Fisch liegt, haben sich als Goldgrube und Hauptdevisenbringer erwiesen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden damit im Jahresdurchschnitt 20 Millionen britische Pfund (30 Millionen Euro) eingenommen. Außerdem werden jüngsten Studien zufolge unter dem Meeresboden bei den Falklands Erdölvorräte in einer Größenordnung von mehr als sechzig Millionen Barrel Öl vermutet. "Ohne den Krieg hätte es das alles nicht gegeben", sagt Chief Executive Chris Simpkins.