"Neben den bereits in der Öffentlichkeit bekannt gemachten Informationen liegen hier keine weiteren Informationen vor."

Unbekannte hatten in der Nacht zum Mittwoch drei Brandsätze auf das Gelände der vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Erstaufnahmeeinrichtung geworfen. Da diese wenige Meter vor der Unterkunft auf einer Rasenfläche landeten, gab es weder Verletzte noch Sachschaden. Die Polizei hatte sofort nach der Tat die Fahndung aufgenommen, bei der unter anderem auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera und ein Fährtenhund zum Einsatz kamen.

Eine Flüchtlingsfamilie aus dem Haus, vor dem die Brandsätze landeten, sei in ein anderes Gebäude umgezogen, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich. "Die hatten Angst." Die Reaktion der Flüchtlinge reiche ansonsten von "Wir haben schon Schlimmeres erlebt" bis zur Ratlosigkeit. "Die Menschen verstehen einfach nicht, warum die Leute ein Problem mit ihnen haben", schilderte Kranich.

Einwohner von Einsiedel verurteilten die Tat. "Gewalt geht gar nicht", sagte Karsten Hansch, der Vorsitzende der Kleingartenanlage "Waldblick Einsiedel", die in direkter Nachbarschaft zum Heim liegt. Er ist auch in der Bürgerinitiative aktiv, die schon Monate vor der Belegung der zu DDR-Zeiten als Pionierlager genutzten Anlage gegen die neue Verwendung protestiert hatte.

Bei der Belegung der Unterkunft mit syrischen Familien habe die Landesdirektion aber "Augenmaß" bewiesen, sagte Hansch. Unter den 95 Bewohnern sind nach DRK-Angaben 27 Kinder unter zwölf Jahren. "Probleme gibt es keine", so Hansch. Dass die Bürgerinitiative nach wie vor mittwochs auf die Straße gehe, habe längst andere Gründe, sagte er mit Blick auf die Flüchtlingspolitik insgesamt.