D er Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Jürgen Trittin, machte die Absenkung der Förderung von Solarstrom für die Schließung der beiden Werke von First Solar verantwortlich. Der Bundesvorsitzende seiner Partei, Cem Özdemir, sagte, wenn künftig vom Staat unterstützte chinesische Unternehmen die Module lieferten, die bisher aus Frankfurt (Oder) kamen, liege das an den ständig veränderten Förderbedingungen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wehrte sich gegen Vorwürfe. Die Umbrüche in der deutschen Solarindustrie seien einem dramatischen Preisverfall bei Modulen wegen weltweiter Überkapazitäten geschuldet.

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Klaus Breil, warf den Solarfirmen vor, Entwicklungen falsch eingeschätzt zu haben. Auch der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen sieht die Schuld bei den Unternehmen selbst. "Fehlende Wettbewerbsfähigkeit kann nicht durch teure Dauersubventionierung korrigiert werden", sagte er.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kritisierte den Umgang der Solarfirma mit den Mitarbeitern "nach jahrelanger sehr guter Zusammenarbeit".

Indes wird um den Aufbau einer Transfergesellschaft für die 1200 Beschäftigten in Frankfurt (Oder) gerungen. First-Solar-Konzernchef Michael Ahearn versicherte, mit der Landesregierung und der Stadt zusammenzuarbeiten, um für alle Beschäftigten eine Lösung zu finden und die negativen Auswirkungen auf die Region zu minimieren . Meinung & Wirtschaft Seite 2 & 9