Mutwillige Zerstörungen im Unesco-Weltkulturerbe Potsdam-Sanssouci bereiten zunehmend Sorge. Die Täter verunzieren mit Graffiti die Wände von Denkmalen oder reißen Blumen und kleine Sträucher aus den Anlagen, wie der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee, auf Anfrage sagte. In unbeobachteten Momenten würden Hinweisschilder oder die Solarbauteile von Parkscheinautomaten gestohlen. Für ein vermeintlich außergewöhnliches Fotomotiv kletterten manche sogar auf antike Skulpturen in den Anlagen, sagte Kallensee. Die Täter blieben meist unbekannt und würden nicht entdeckt.

Etwa 200 Taten wurden bislang 2014 registriert. 2013 seien es etwas weniger gewesen. Die Schäden seien nicht genau finanziell zu beziffern, sagte Kallensee. Es handle sich aber um mehrere hunderttausend Euro. Geld, dass mittlerweile für die Beseitigung der Schäden ausgegeben müsse, fehle im Etat für andere Aufgaben. „Unsere Mitarbeiter, die sich auskennen, haben gut zu tun“, sagte der Sprecher.

Zuletzt war im Oktober ein immenser Schaden entstanden, als Unbekannte mit roher Gewalt ein Kunstwerk im Park zerstörten. Die immer noch nicht ermittelten Täter stießen eine Marmor-Reliefvase mit Puttenszenen aus dem 19. Jahrhundert vom Sockel. Das Kunstwerk werde dem Italiener Cavaceppi zugeschrieben, sagte Kallensee. Die Plastik zerschellte in viele Einzelteile. „Das unbezahlbare Unikat ist nicht zu reparieren“, sagte er. Eine Kopie koste allein 40 000 Euro.

Mittlerweile sei die Ausstattung mit Sicherheitstechnik verbessert worden, sagte Kallensee. Die Schlösser verfügten nun über Videotechnik. Zudem seien Sicherheitsmitarbeiter mit dem Auto und dem Fahrrad nachts auf Streife unterwegs. Auch die Beleuchtung in den Anlagen sei verbessert worden.