Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge von Paris ist tot. Der 28-jährige belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud wurde bei der dramatischen Polizeiaktion am Mittwoch in Saint-Denis bei Paris getötet, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Acht Menschen wurden bei dem siebenstündigen Einsatz nördlich von Paris festgenommen. Zwei Terrorverdächtige starben, neben Abaaoud wahrscheinlich eine Frau, die sich in die Luft sprengte.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls sagte am Donnerstag in der Nationalversammlung: "Wir wissen heute, dass Abaaoud, das Gehirn dieser Anschläge - eines der Gehirne, denn wir müssen besonders vorsichtig sein und kennen die Bedrohungen - sich unter den Toten befand." Die Ermittler prüften zunächst noch, ob sich Abaaoud selbst in die Luft sprengte. Abaaoud habe "eine entscheidende Rolle" bei den Anschlägen gespielt, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve. Die Ermittlungen würden auch "die genaue Beteiligung" Abaaouds klären. "Sie werden uns auch erlauben, den Weg dieses Terroristen aus Molenbeek in Belgien zu rekonstruieren." Der Islamist sei möglicherweise in vier weitere teils vereitelte Anschläge seit dem Frühjahr verwickelt gewesen. Dazu gehöre der verhinderte Anschlag im Thalys-Schnellzug zwischen Brüssel und Paris im August. Die Nationalversammlung verabschiedete in Paris ein Gesetz zur dreimonatigen Verlängerung des Ausnahmezustandes.

Im vergangenen Jahr war Abaaoud auch in Deutschland. Die Bundespolizei kontrollierte den Belgier am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn, wie ein Sprecher sagte. Belgien habe Abaaoud damals zur Kontrolle im Schengener Informationssystem (SIS) ausgeschrieben. Das bedeutet, es war nicht vorgesehen, den Mann aufzuhalten oder festzunehmen. Ausführlich Seiten 2 & 3