Das von Konrad Wachsmann (1901-1980) entworfene Holzhaus in Niesky (Landkreis Görlitz) war im April nach aufwändiger Sanierung übergeben worden - nun öffnet das Denkmal als Informationsforum für modernen Holzhausbau. "Die darin eingerichtete Dauerschau gibt ab Mittwoch Einblick in Leben und Werk des berühmten Architekten", sagte die Leiterin des Hauses, Claudia Wieltsch. Die Ausstellung beleuchte auch die Geschichte der Firma Christoph und Unmack, für die Wachsmann zu Beginn seiner Karriere in Niesky arbeitete .

In der ostsächsischen Stadt steht einer von zwei noch erhaltenen Holzbauten des Architekten in Deutschland. Beim anderen Wachsmann-Bau handelt es sich um das Sommerhaus, das er für den Physiker Albert Einstein in Caputh bei Potsdam entwarf. Für rund 1,6 Millionen Euro hatte die Kommune das lange leer stehende Haus in Niesky sanieren lassen. Für ein Vorstandsmitglied von Christoph & Unmack war es 1927 in Blockbauweise errichtet worden. Im früheren Herrenzimmer dürfen Besucher künftig in reproduzierten Katalogen der Firma blättern, die sich auf Holzbauten spezialisiert hatte, sagte Wieltsch. Auch namhafte Architekten wie Hans Scharoun (1883-1972), Hans Poelzig (1869-1936) und Henry van de Velde (1863- 1957) arbeiteten für das Unternehmen. Es exportierte Fertighäuser in die ganze Welt.

Fotos weisen auch auf ein unrühmliches Firmenkapitel in der Zeit des Nationalsozialismus hin. Christoph und Unmack baute damals Baracken für Konzentrations- und Vernichtungslager. Die Schau im einstigen Musikzimmer des sogenannten "Direktorenwohnhauses" sei Wachsmann selbst gewidmet, sagte Wieltsch.

Zu DDR-Zeiten war das Wachsmann-Haus in Niesky Sitz der FDJ-Kreisleitung. Nach Jahren des Leerstandes kaufte es die Stadt 2005.