Die Klageschrift des Textilherstellers Vowalon Beschichtung GmbH (Treuen/Vogtland) gegen die Ökostrom-Umlage kommt am 29. Januar in Chemnitz vor Gericht. Das teilte das Unternehmen am gestrigen Freitag mit. Allerdings rechnen die Vogtländer mit einer Abweisung der Klage. "Falls das Landgericht Chemnitz die Angelegenheit direkt an das dafür zuständige Bundesverfassungsgericht übergibt, hätten wir unser Ziel bereits erreicht", sagte Vowalon-Geschäftsführer Gregor Götz. Man halte die EEG-Abgabe für unzumutbar und verfassungswidrig. Kritik gibt es vor allem daran, dass viele energieintensive Unternehmen teilweise von der Umlage befreit sind.

In diesem Jahr steigt die EEG-Umlage für die Mehrheit der deutschen Stromkunden von rund 3,6 auf 5,3 Cent je Kilowattstunde. Auch für Privatverbraucher wird die Abgabenlast immer größer. Wie der unabhängige Energieversorger Flexstrom erklärte, bezahlt ein Durchschnittshaushalt in diesem Jahr fast 400 Euro für Steuern oder staatlich verordnete Abgaben auf Strom. Belastet würden die Kunden vor allem durch die EEG-Umlage, die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe an die Kommunen.

Allein für die EEG-Umlage müsse ein Durchschnittshaushalt voraussichtlich knapp 220 Euro brutto bezahlen. Für die Stromsteuer fallen rund 85 Euro brutto an, die Konzessionsabgabe an Städte und Gemeinden beträgt knapp 55 Euro, heißt es. "Stromkunden sind unnötigen Belastungen ausgesetzt", kritisierte Flexstrom-Gründer Robert Mundt die hohen Kosten.