Dabei geht es dem Künstler nicht unbedingt um die Frage, ob es sich um Lüge oder Wahrheit handelt. Vielmehr sollen Zabkas Arbeiten Geschichten erzählen und die Menschen verzaubern. "Denn die Lüge im Dienst der Wahrheit wäscht den Staub des Alltags von den Sternen", heißt es im Eingang des Museums. Einfach ausgedrückt: "Erbaulich und erquicklich soll ein Besuch im Lügenmuseum sein", sagt Zabka. Das Museum ist eine Ansammlung von rasselnden und klappernden Maschinen und technischen Wunderwerken. Licht- und Klanginstallationen wechseln sich mit Collagen und fernöstlichen Kunstwerken ab. Während viele Besucher staunend durch die Räume gehen, verlassen andere kopfschüttelnd das Museum. "Auch der größte Blödsinn muss doch einen Sinn haben!", heißt es ironisch auf einem der Plakate. Zabka spielt damit auf die Verzweiflung mancher Gäste an, die in seinen Kunstwerken nach Bedeutung suchen - und nicht immer fündig werden.

Zabka - mit Hut, grauem Pferdeschwanz und farbloser Brille - war bereits zu DDR-Zeiten als Künstler aktiv und Teil der Berliner Künstlerszene am Prenzlauer Berg. Nach der Wende zog er nach Brandenburg, baute 1990 sein Lügenmuseum in Kyritz auf. Nachdem Zabka das Haus nach einem Rechtsstreit räumen musste, hat er in diesem Herbst das Museum nach Radebeul bei Dresden verlagert. Seit dem 9. September 2012 hat das Lügenmuseum seine Türen wieder geöffnet - in einem historischen, leer stehenden Gasthof.

Allein im ersten Monat kamen 1000 Besucher, zwischen 600 und 700 waren es in den Wochen darauf. Die Zukunft ist allerdings ungewiss: Derzeit gibt es nur einen Mietvertrag mit der Stadt Radebeul, wonach Zabka seine Objekte "einlagern" darf.

Während die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen der Museums-Idee eher kritisch gegenübersteht, zeigt sich Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) begeistert: "Das Lügenmuseum bringt frischen Wind in die eher konservative Kulturlandschaft in und um Dresden." Wendsche hofft, dass das überregional bekannte Museum Touristen anzieht. "Weil es in seiner verrückten Art einmalig ist."