Von Siegmar Trenkler

Der Zeitplan für die Beräumung der weltweit geächteten Streubomben in der Kyritz-Ruppiner Heide ist nicht mehr zu halten. Wenigstens bis zum Jahr 2025 wird es dauern, die 2010 durch das Oslo-Abkommen der Vereinten Nationen verbotenen Waffen von dem ehemaligen Abwurfplatz zu entfernen. Davon ist Rainer Entrup von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das Gebiet betreut, überzeugt.

Im Frühjahr 2016 hatte ein Unternehmen begonnen, die Munition aufzuspüren und zu beräumen. Seinerzeit waren 18 Funde der Waffen bekannt. „Jetzt gehen wir von mehr als 2500 Bomben aus“, sagt Entrup. Und obwohl die Anzahl der Unternehmen, die auf der Fläche an dem Vorhaben beteiligt sind, schrittweise erhöht wurde und nun bei rund 150 Menschen liegt, sei es nicht möglich, die insgesamt 1100 Hektar große Fläche bis 2020 zu beräumen.

Dazu ist die Bundesregierung aber durch das Oslo-Abkommen verpflichtet. Daher muss das Auswärtige Amt nun eine Fristverlängerung beantragen. Mit einem positiven Entscheid dazu rechnet Entrup nach den Sommerferien. Bis dahin werden schon einmal Ausschreibungen so weit vorbereitet, dass sie schnellstmöglich nach dem Beschluss gestartet werden können. Aufgrund von Hochrechnungen der bisherigen Funde auf der beräumten Fläche und den Kapazitäten der Spezialfirmen auf dem Markt geht Entrup davon aus, die Beräumung bis 2025 abschließen zu können. Aktuell sind 150 von 1100 Hektar frei von Streubomben. Hinderlich ist bei der Arbeit, dass es keine Luftbilder aus den Jahrzehnten gibt, in denen die Luftwaffe der Roten Armee den Platz nutzte. Neben den Streuwaffen werden daher auch immer wieder Bomben, Granaten, Raketen und jede Menge Metallschrott gefunden. Das fordert auch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, der in solchen Fällen gerufen wird, in sehr hohem Maße, da er die Funde entsorgen muss.