Tief unter dem Dreieck Frankfurt (Oder), Müllrose und Briesen vermutet das britische Unternehmen Celtique Energie reichhaltige Vorkommen, will mit Erkundungsmaßnahmen noch im Oktober die genaue Größe abchecken.

Doch die Einwohner von Müllrose sträuben sich mit aller Kraft gegen diese Pläne. Das Stadtparlament habe sich klar gegen die Erkundung ausgesprochen, dabei bleibe es auch, sagte Bürgermeister Ingomar Friebel (SPD) am Montagabend auf einer Informationsveranstaltung der Erdölfirma in Müllrose. Knapp 100 Einwohner protestierten mit Plakaten wie "Bohrt in Euren Nasen - nicht bei uns" oder "We say no".

Sie fürchten, dass nach der Erkundung und Förderung des Erdöls die dann ehemaligen Öl-Lagerstätten zur Verpressung des Klimakillergases Kohlendioxid dienen könnten, erklärte der Müllroser Ronald Kramski.

Seit Jahren kämpft die Region gegen die Pläne des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Kohlendioxid vom geplanten Versuchskraftwerk Jänschwalde im Raum Beeskow zu verpressen. Celtique Energie hat bereits vor einem Jahr beim Landesbergamt (LBGR) in Cottbus einen Hauptbetriebsplan eingereicht, um seismische Messungen in Oder-Spree vornehmen zu dürfen. "Wir sehen für die Untersuchungen im Feld Pillgram nach Bundesbergrecht keine Versagungsgründe", betonte Angelika Seidemann vom LBGR. "Wir garantieren Ihnen, dass es hier keine Kohlendioxid-Verpressung im CCS-Verfahren mit uns geben wird", versicherte Celtique-Chef Geoff Davies in Müllrose. Der Brite war extra aus London angereist, um für die Pläne seiner Firma zu werben. Mit Engelszungen redete er auf die 100 Besucher ein. Es sei vertraglich mit dem LBGR vereinbart, dass eine Kohlendioxid-Verpressung absolut ausgeschlossen ist. "Ansonsten müssten wir eine Millionen-Euro-Vertragsstrafe zahlen", betonte Davies.

Celtique wolle nur nach Öl suchen und dieses dann auch fördern. "Es wäre verrückt, wenn wir jemandem gestatten würden, unsere Lagerstätten für CCS anbohren zu lassen", ergänzte er.

"Wir bleiben aber bei unserem Nein", entgegnete Kramski. Müllrose habe nichts gegen Celtique Energie. Vattenfall habe in der Region schon sehr viel "Porzellan zerschlagen". Das Nein zur Erkundung sei das einzige rechtliche Mittel, das Müllrose im Genehmigungsverfahren bleibe.

Wenn es dabei bleibe, will Davies mit Nachbarkommunen wie Frankfurt (Oder) oder Jakobsdorf ins Gespräch kommen. Außerdem könnten Erkundungen auch auf privaten Grundstücken in der Region vorgenommen werden. Wenn sich dann auch nichts bewege, könne man auch nach Polen gehen, so der Celtique-Chef.

Problemlos angelaufen ist dagegen die erste Erdöl-Probebohrung bei Guhlen in der Lausitz (Dahme-Spreewald). Die deutsch-kanadische Erdöl- und Erdgasfirma Central European Petroleum GmbH (CEP) rechnet damit, dass in der Niederlausitzer Lagerstätte bis zu fünf Millionen Tonnen Erdöl gefördert werden könnten.

Am Bohrplatz sind laut Unternehmen etwa 20 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System beschäftigt. Falls die Probebohrung bei Guhlen erfolgreich ist, will die CEP ein Genehmigungsverfahren für eine Fördererlaubnis beantragen. Wenn das LBGR grünes Licht gibt, könnte die Ölförderung 2015 starten, hieß es. Auch bei Küstrin-Kietz (Oder-Spree) läuft die Erdölförderung ohne Widerstand. Dort holt seit Jahren bereits das Unternehmen Gaz de France pro Jahr etwa 20 000 Tonnen Erdöl aus der Erde.