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| 02:40 Uhr

Mücken haben jetzt Hochsaison

Hunderte Mücken fliegen kurz nach Sonnenuntergang an einem Zaun. Foto: Felix Kästle/Archiv
Hunderte Mücken fliegen kurz nach Sonnenuntergang an einem Zaun. Foto: Felix Kästle/Archiv
Berlin. Die Startbedingungen im Frühjahr waren schon ideal – nach den Regenfällen der vergangenen Wochen legen Mücken jetzt richtig nach. "Rund alle zwei Wochen schlüpft unter den aktuellen Bedingungen eine neue Generation", sagt Doreen Walther, Biologin und Mückenexpertin am Leibniz-Zen trum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Märkisch Oderland). Leszczynski

"Im Frühjahr dauerte das noch vier Wochen." Mücken haben jetzt Hochsaison. Das Jahr verläuft für sie bisher noch besser als 2016.

Dass Mücken besonders aggressiv erscheinen, täuscht nicht. "Für sie geht es um Arterhaltung. Mücken denken zurzeit nur: Blut finden, Eier legen, neues Blut finden, neue Eier legen", sagt Walther. In Feuchtgebieten habe der Regen viele Zuflüsse gefüllt, die sonst im Sommer austrockneten. Dazu kämen große Pfützen und Überflutungsbereiche als ideale Brutgebiete. "Wir sind 2017 bestimmt schon bei der fünften oder sechsten Mückengeneration, sie schaffen aber sieben bis acht Generationen pro Jahr", ergänzt sie. Besonders spürbar seien Mückenschwärme zurzeit entlang der Spree und Havel.

Von den 28 Mückenfamilien, die in Deutschland vorkommen, stechen allerdings nur drei zu - Stechmücken, Kriebelmücken und Gnitzen - und dann auch jeweils nur die Weibchen. Sie benötigen die Proteine aus dem Blut für ihre Eibildung. Allein die Familie der Stechmücken splittet sich allerdings in 50 Arten auf. Ebenso viele Arten gibt es bei Kriebelmücken, die ein wenig aussehen wie Fliegen. Sie kriechen Spaziergängern gern unter die Kleidung, um zuzustechen. Von den nur wenige Millimeter großen Gnitzen gibt es sogar 300 Arten. Sie sind vor allem in der Dämmerung unterwegs und piksen gern nahe am Haaransatz.

Die schlechte Nachricht: Gegen den Anflug von Kriebelmücken und Gnitzen schützt gar nichts. Alle chemischen Abwehrmittel zielten auf Stechmücken, sagt Walther. Damit könne der Mensch zwar den Lockstoff Schweiß übertünchen. Nicht aber das Kohlendioxid aus der Atemluft, das Mücken noch stärker anlockt. "Und das Atmen können wir ja schlecht einstellen", sagt Walther.