Elf Räume des Museums sind für die Inszenierung eines Luxuschiffs - der "MS Reichtum" - umgebaut worden. Dabei zeugen nur wenige Exponate vom Überfluss, vielmehr fügen sich Statistiken, Fotos, Filme und Arrangements "Es gibt kaum jemanden, der nicht gern reich wäre, und die, die es sind, scheinen oftmals verdächtig", beschrieb Kurator Daniel Tyradellis die Ambivalenz des Themas. "Reichtum löst Kritik aus und fasziniert." Im Gegensatz zur Armut sei er aber nicht erforscht. "Reichtum ist im Wesentlichen Überschuss, die Lust, mehr zu haben als das, was man braucht."

Bis 10. November können Besucher gleich Passagieren eines Luxuskreuzers in die Welt der Reichen und deren Abgründe eintauchen. "Eine Kreuzfahrt ist für viele der Inbegriff eines Lebens in Genuss und Luxus", erklärte Tyradellis. "Ein Schiff ist eine schöne Metapher für die Gesellschaft im Ganzen und ein idealer Ort der Separierung: Man genießt den Luxus und ignoriert die Abgründe."

Durch Bullaugen sind immer auch andere Relationen zu sehen wie das Video eines Motorbootunfalls neben dem Foto einer Superjacht. Monitore erlauben den Blick in sechs Kabinen: "Tatort"-Kommissar Martin Wuttke spielt Popstar, Unternehmer, Putzfrau und Rentner, der sich den Kreuzfahrttraum erfüllt. Die Schau will laut Tyradellis auch amüsieren. "Aber das Lachen soll auch im Hals stecken bleiben."