| 02:40 Uhr

Moskau verärgert über Ausschluss

Moskau. Russland fühlt sich ausgeschlossen vom Neubau einer Gedenkstätte für die Opfer des deutschen Vernichtungslagers Sobibor in Polen. In einem ungewöhnlichen Schritt bestellte das russische Außenministerium deshalb in der vergangenen Woche die Botschafter Israels, der Niederlande und der Slowakei ein, wie Medien in Moskau berichteten. dpa/uf

Diese Länder arbeiten seit mehr als zehn Jahren mit Polen an dem Museumsprojekt. Das Komitee hatte im Juni beschlossen, Russland nicht als Mitglied aufzunehmen. Gründe wurden nicht genannt. Aber das Verhältnis der polnischen PiS-Regierung zu Moskau ist gespannt. In Sobibor im heutigen Osten Polens ermordeten die Nazis zwischen 1941 und 1943 bis zu 250 000 Menschen, die meisten von ihnen Juden. Der Ausschluss Russlands sei "ein himmelschreiender Fall von historischem Gedächtnisschwund", sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums. Viele Ermordete waren Bürger der Sowjetunion.