Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Berliner Schülerin Keira hat der jugendliche, mutmaßliche Mörder geschwiegen. „Wir haben vom Angeklagten nichts gehört“, sagte Anwalt Roland Weber in einer Pause des ersten Verhandlungstages. Eine Jugendkammer des Landgerichts in der Hauptstadt verhandelt den außergewöhnlichen Fall seit Dienstag hinter verschlossenen Türen. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen, da der Angeklagte erst 15 Jahre alt ist.

Die Anklage wirft dem deutschen Mitschüler Mord aus niederen Beweggründen, Heimtücke und Mordlust vor, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani sagte. Er soll die ein Jahr jüngere Eisschnellläuferin mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet zu haben. Der Tod von Keira hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst. Ihre Mutter Karin G. kam in Begleitung von Anwalt Weber ins Gericht. Sie ist Nebenklägerin. Weber ist auch Opferbeauftragter Berlins.

Weil eine Schöffin vereidigt wurde, war die Öffentlichkeit zu Beginn für einen kurzen Moment zugelassen. Der Angeklagte im grauen Kapuzenshirt verbarg sein Gesicht hinter einem Stück Papier.

Laut Anklage kannten sich Täter und Opfer, sie gingen auf dieselbe Schule. Der mutmaßliche Mörder sitzt in Untersuchungshaft. Der 15-Jährige soll sich am 7. März Zutritt zur Wohnung von Keira verschafft und sie dort „tatplangemäߓ umgebracht haben. Die Mutter hatte ihre blutüberströmte Tochter in der gemeinsamen Wohnung in Alt-Hohenschönhausen gefunden. Mediziner schafften es nicht mehr, Keira zu retten.

Karin G. hatte der Deutschen Presse-Agentur vorab gesagt, sie werde zu jedem Verhandlungstag kommen. Die Verantwortung für Keira habe nicht mit ihrem Tod aufgehört. Der Sinn ihres Lebens sei ihre Tochter gewesen.

Mutter von erstochener Keira (14) klagt an „Es gibt nichts, was es wieder gut macht“

Berlin