Scheich Abdullah Khalil al-Obeidi und ein anderes Mitglied der "Rettungsfront" von Bakuba wurden nach Polizeiangaben am Samstag in der Nähe der 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt erschossen.
Die regierungsnahe Zeitung "Al-Sabah" berichtete gestern, das Innenministerium werde in der westlichen Anbar-Provinz eine neue Brigade gründen, die "Brigade des Märtyrers Abu Rischa" heißen werde. Sattar Abu Rischa war am Donnerstag bei einem Bombenanschlag getötet worden. Zu dem Anschlag bekannte sich ein Ableger des Terrornetzes Al Qaida. Als Stammesführer hatte er seit 2006 den Kampf der lokalen Stämme gegen die Terroristen der Al Qaida koordiniert.
Der irakische Armeekommandeur Babakr Sebari sagte der Zeitung "Al-Mada", der geplante Teilabzug der US-Truppen aus dem Irak werde durch die Aufstockung der irakischen Truppen abgefedert. Die Zahl der irakischen Soldaten werde von derzeit mehr als 120 000 auf 300 000 zum Jahresende 2008 aufgestockt.
Ein Selbstmordattentäter riss gestern im Nordirak in einer Teestube fünf Menschen mit in den Tod. Nach Angaben eines Mitglieds der Kommunalverwaltung wurden 22 weitere Iraker verletzt, als der Attentäter in der Ortschaft Tus Chormato, 180 Kilometer nördlich von Bagdad, seinen Sprengstoffgürtel zündete. In Tus Chormato leben schiitische und sunnitische Kurden. Der Ort war schon mehrfach Schauplatz von Selbstmordanschlägen. Viele irakische Teehäuser haben im islamischen Fastenmonat Ramadan, der am vergangenen Donnerstag begonnen hatte, tagsüber geschlossen.
Am Samstag gaben die 30 Abgeordneten der radikalen Schiiten-Bewegung von Muktada al-Sadr aus Protest gegen die "erfolglose Regierungspolitik" ihren Austritt aus der Parlamentsfraktion von Ministerpräsident Nuri al-Maliki (Schiiten-Allianz) bekannt. Die 15 Abgeordneten der Fadhila-Partei hatten sich bereits zuvor aus dem Bündnis verabschiedet, so dass die Allianz, die ursprünglich 128 von insgesamt 275 Sitze belegt hatte, nun auf 83 Mandate zusammengeschrumpft ist.
Unterdessen hat ein Haftrichter am Wochenende einen der drei mutmaßlichen österreichischen Islamisten auf freien Fuß gesetzt, die in Wien wegen angeblicher Kontakte zur Terrororganisation Al Qaida festgenommen worden waren. Er entschied am späten Freitagabend, dass die Verdachtsmomente gegen den 26-jährigen österreichischen Muslim für eine U-Haft nicht ausreichten. Das am Mittwoch festgenommene Trio soll versucht haben, Deutschland und Österreich im März dieses Jahres über ein im Internet verbreitetes Drohvideo zum Rückzug aus Afghanistan zu zwingen. (dpa/kr)