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| 16:33 Uhr

Mord an Pferdewirtin – Hauptangeklagter bricht sein Schweigen

Das Opfer des infamen Mordkomplotts.Foto: dpa
Das Opfer des infamen Mordkomplotts.Foto: dpa FOTO: dpa
Berlin. Schweigend saß der mutmaßliche Drahtzieher eines perfiden Plans fast ein Jahr lang auf der Anklagebank. Nun sagte er aus. dpa/bb

Nach fast einjähriger Gerichtsverhandlung hat der mutmaßliche Drahtzieher des Mordes an einer jungen Pferdewirtin sein Schweigen gebrochen. „Ich bin nicht der Täter, nicht der Organisator, nicht der Planer des schrecklichen Verbrechens“, sagte der damalige Freund der jungen Frau, ein 25-jähriger Springreiter, am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Er habe das Opfer geliebt. Nur durch eine 28-jährige Mitangeklagte, die sich vermutlich eine Beziehung mit ihm erhofft habe, sei er unter Verdacht geraten.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ging es bei dem Mordkomplott gegen die 21-Jährige um 2,4 Millionen Euro aus Versicherungen, die zuvor auf ihr Leben abgeschlossen worden waren. Begünstigter sei der Springreiter gewesen. Aus Habgier hätten er und seine 57-jährige Mutter den Mordplan gefasst. Nach zwei gescheiterten Anschlägen wurde die Pferdewirtin in der Nacht zum 21. Juni 2012 auf einem Parkplatz im Ortsteil Lübars hinterrücks erdrosselt.

Die Anklage geht davon aus, dass ein 22-Jähriger als Killer angeheuert worden war. Auch er gehört zu den insgesamt fünf Angeklagten, die sich seit 21. März 2013 vor Gericht verantworten müssen.

Die 28-jährige Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, aus Liebe zu dem Springreiter erst einen Giftanschlag auf die Pferdewirtin verübt und danach einen Killer gesucht zu haben. „Beim dritten Mal darf es keinen Fehlschlag geben“, habe der Springreiter angeordnet.

Der mutmaßliche Drahtzieher bestritt diese Darstellung vehement. Er habe sich in der Tatnacht mit der Pferdewirtin getroffen, um sie zu fragen, ob sie mit ihm nach Nordrhein-Westfalen ziehen würde. Als sie abgelehnt habe, sei er enttäuscht zurück zu seinem gepachteten Pferdehof in Brandenburg gefahren. Allerdings sei die 28-jährige Mitangeklagte auch auf dem Parkplatz gewesen. Sie habe vorgegeben, mit seiner Freundin über den Kauf eines Reitpferdes sprechen zu wollen. Er er abfuhr, habe die 21-Jährige eine Zigarette geraucht.

Nach eigener Version befand sich der Springreiter nicht in finanzieller Not. Der 28-jährigen Angeklagten, die ebenfalls in Nordrhein-Westfalen lebte, habe er jedoch von den Lebensversicherungen und einem angestrebten Kauf eines Reiterhofes berichtet. Es sei aber keinesfalls ernsthaft über einen möglichen Todesfall gesprochen worden. Der Springreiter sagte, die 28-Jährige habe sich nach einem Flirt vermutlich „langfristig mehr erhofft“. Den mutmaßlichen Killer, den die Frau über ihren Bruder angeheuert haben soll, habe er im Gerichtssaal erstmals gesehen.