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| 02:39 Uhr

Mörderische Senftenberger "Werwölfe"

Cottbus. Angeregt vom brandenburgischen Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und vom Münchener NSU-Prozess entstand das gerade erschienene Buch "Generation Hoyerswerda". Herausgegeben von der Geschäftsführerin des Bündnisses, Anna Spangenberg, und der Journalistin Heike Kleffner, umfasst das Buch 16 Texte, die ein umfassendes Bild der Entwicklung der Neonaziszene in Brandenburg seit den 90er-Jahren, der Rolle des Verfassungsschutzes und Verbindungen in das Netzwerk des NSU zeichnen. Simone Wendler

Ein Kapitel des Buches, verfasst von der Autorin dieses Textes, beschäftigt sich mit der 1. Werwolf-Jagdeinheit Senftenberg, einer rechtsextremen Wehrsportgruppe, die im Bergbaurevier ihr Unwesen trieb und 1992 von der Polizei ausgehoben wurde.

Im Dezember 1991 hatte sich der Anführer der Gruppe mit drei anderen auf den Weg gemacht, um für einen Überfall ein Auto zu rauben. Auf der Straße zwischen Freienhufen und Meuro erschossen sie dabei einen Familienvater aus Senftenberg. Der Anführer der Gruppe wurde nur wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er erst den dritten Schuss auf das Opfer abgab, das zu diesem Zeitpunkt schon im Sterben lag.

In der Haft festigte er sich in seiner Gesinnung. Als "Werwölfchen" schrieb er Texte für mehrere Ausgaben des in der Haftanstalt Brandenburg/Havel produzierten Szenemagazins "Der weiße Wolf".

Gründer des "Rundbriefes für inhaftierte Kameraden" war der damals ebenfalls in Brandenburg einsitzende Carsten Szczepanski, später V-Mann "Piatto" des Brandenburger Verfassungsschutzes. 2002 tauchte in dem Heft in Zusammenhang mit dem Dank für eine Spende zum ersten Mal die Abkürzung "NSU" auf.

"Generation Hoyerswerda"-Das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg

Heike Kleffner, Anna Spangenberg (Hrsg.), be.bra Verlag,

ISBN 978-3-89809-127-5