, der im Mai 1993 vom damaligen Bezirksgericht Cottbus wegen der Ermordung seiner Stieftochter zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.
Erst im Oktober vorigen Jahres war ein spektakulärer Fluchtversuch des Gefangenen gescheitert. Damals war er noch in Brandenburg/Havel inhaftiert und bekam einen begleiteten Ausgang zu einer Wohnung in der Stadt. Dort nahm er eine offensichtlich für ihn versteckte Pistole an sich, überwältigte seinen Begleiter und floh. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei überwältigte ihn kurz danach in Potsdam. Danach war er nach Cottbus-Dissenchen verlegt worden. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen zwei Frauen, die seine damalige spektakuläre Flucht vorbereitet haben sollen.
Peter H. hatte bis zuletzt seine Tat bestritten, die Indizien aber waren erdrückend. Am 4. Januar 1992 hatte er seine 16-jährige Stieftochter aus fünf Zentimeter Entfernung durch einen Genickschuss getötet. Er wollte damit den sexuellen Missbrauch des Mädchens verdecken. Sie war von ihm schwanger und hatte sich geweigert, das Kind abzutreiben. Zwei genetische Gutachten überführten den Stiefvater.
Zunächst hatte Peter H. vor Gericht erklärt, dass sich beim Reinigen der Pistole ein Schuss gelöst und die Stieftochter getroffen hätte. Kriminaltechniker hatten aber ausgeschlossen, dass die Waffe gesäubert worden war. Später machte der Mann seinen knapp fünfjährigen Sohn für die Tat verantwortlich. Nach seiner Darstellung habe der Junge mit der Pistole gespielt. Als ihn seine Schwester auf den Arm genommen habe, hätte sich der Schuss gelöst, behauptete der Mann später.
Auch diese Version widerlegten Gutachter. Sie hatten bei den Kindern keine Schmauchspuren entdeckt, dafür aber am Hemdenbund und an den Fingern des Mörders. (Eig. Ber./sw/sim)