Brandenburgs Landeshauptarchiv hat eine neue Heimstatt gefunden: Es ist in einem mit Millionenaufwand umgebauten Gebäude in Potsdam-Golm untergekommen. "Erstmals seit der Gründung 1949 hat das Archiv nun neue Räume", sagte der Direktor des Archivs, Klaus Neitmann, am Donnerstag anlässlich der offiziellen Eröffnung.

Das Haus war während der vergangenen 20 Monate für rund 15 Millionen Euro modernisiert und umgestaltet worden. Etwa 14 000 Quadratmeter Fläche stehen jetzt für den umfangreichen Dokumentenbestand zur Verfügung. Dazu gehören knapp 53 000 laufende Meter Akten, Karten, Pläne, Fotos und Urkunden, darunter auch alle geschlossenen Grundbücher. Eine Urkunde Albrechts des Bären (um 1100-1170) aus dem Jahre 1160 zählt zu den ältesten Stücken. Mit seinem Siegel bestätigte der erste brandenburgische Markgraf die Schenkung eines Landstücks an einen Orden.

Vom Jahr 1949 bis zur Wende waren die Archivmaterialien in der Orangerie in Potsdam-Sanssouci untergebracht, danach in einem ehemaligen Stasi-Objekt. Das soll künftig als Magazin vom Potsdamer Filmmuseum genutzt werden.

Die Einrichtung sei ein moderner Dienstleister, sagte Neitmann. Etwa 1,8 Millionen Datensätze stehen mittlerweile im Internet zur Online-Recherche bereit. Historische Unterlagen werden zudem in verschiedenen Werken zur Landes-, Regional- und Ortsgeschichte aufbereitet. Laut Neitmann werden auch Dokumente der Brandenburger Landesregierungen aufgenommen, wenn sie aus fachlicher Sicht Geschichte illustrieren. "Dazu zählen beispielsweise die Protokolle der Kabinettssitzungen."

Das Archiv öffnet von Zeit zu Zeit seine Sammlungen und zeigt seltene Dokumente in Ausstellungen. Derzeit wird eine Schau zum Reformationsjubiläum 2017 über Adel und Bürgertum im 16. Jahrhundert vorbereitet. Die Einrichtung hat rund 60 Mitarbeiter. Pro Jahr gehen etwa 15 000 Anfragen von Nutzern ein.