Vier gegen Zwei. Das ist die Paarung beim TV-Duell gewesen. Wie haben sich die Moderatoren geschlagen? Der Check:

Stefan Raab. Der Entertainer, ohne Krawatte und mit offenem Sakko, ist deutlich besser als vorher geunkt worden ist. Die erste Frage sitzt gleich: Wenn Merkel den Wahl-O-Mat machen würde, ob dann auch CDU rauskommt, fragt Raab ketzerisch. Merkel lässt sich nicht aus der Reserve bringen. Das ist Raabs Masche - der Showmaster fragt nicht überkandidelt, sondern so, wie viele Menschen den beiden Kandidaten vermutlich auf den Zahn fühlen würden. Er versucht, Merkel und Steinbrück zu locken, unterbricht oft. Aber Raab muss auch merken, dass das nicht immer ganz einfach ist. Trotzdem: Der Entertainer macht viele Punkte. Steinbrück "King of Kotelett" zu nennen, ist erfrischend keck. Respekt.

Maybrit Illner. Sie darf die erste Frage stellen. Illner wirkt danach etwas lustlos, kommt auch kaum zu Wort. Und wenn sie die Aufgabe gehabt haben sollte, das Zeitkontingent der beiden Kandidaten im Blick zu behalten, dann ist ihr das ordentlich misslungen. Sie läuft häufiger bei den Kandidaten auf, ein Mal auch bei ihrem Teamkollegen Peter Klöppel. Außerdem verhaspelt sie sich von den vier Moderatoren am häufigsten. Das ist nicht Illners bester Abend.

Peter Klöppel. Der RTL-Nachrichtenmann mit der sonoren Stimme ist ein Profi. Das merkt man. Seine Fragen sind präzise. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Dennoch hätte man sich von ihm etwas weniger staatstragendes Gehabe und etwas mehr Esprit erwartet. Auch hakt er viel zu selten nach, lässt einfach laufen. Gerade bei dem so wichtigen Energiethema bleibt Klöppel schwach. Insgesamt kann er das besser.

Anne Will. Das war das erste Gastspiel der Talkmasterin beim TV-Duell. Am Anfang wirkt sie besonders nervös. Witzig ihr Satz: "Wir hören längere Einlassungen, die nicht zwingend zu unseren Fragen passen." Im Laufe des Duells wird Will immer sicherer. Sie lässt sich nicht beirren, geht Merkel und Steinbrück auch mal direkt an. Ihre Fragen sind gut. Top die Aufforderung an die Kanzlerin, der FDP das Vertrauen auszusprechen. Denn wenn sie das tue, seien die Liberalen ja bald weg vom Fenster. Das sitzt. Sie fasst klug und konsequent nach. Beste Performance der Vier.