Die Kleinsten kommen beim Lex 2015 ganz groß heraus. Verantwortlich dafür ist die Idee der Cottbuserin Madlien Ernst. Sie ist am Mittwochabend in der Lausitzhalle Hoyerswerda mit dem Lex für das beste Unternehmenskonzept ausgezeichnet worden, der in diesem Jahr zum zwölften Mal verliehen wird. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert. Ihre Geschäftsidee: Die 28-jährige Mutter einer Tochter entwirft Schlafsäcke und Mode für Frühchen. Der Name: Pieni.

Mit einem besonderen Schnitt und einer speziellen magnetischen Knopfleiste hebt sie sich von den bisherigen Stramplern und Schlafsäcken ab. Der Clou der Cottbuserin: Ihre entworfene Mode lässt Durchgänge für Schläuche, die viele Frühgeborene während ihres Krankenhausaufenthalts am Körper haben. Bisher müssen Krankenschwestern und Eltern diese mehr oder weniger umständlich an der Babykleidung entlang führen. Mit den Entwürfen von Madlien Ernst gibt es nun eine Alternative. Die Cottbuserin möchte ihre Entwürfe einerseits an Kliniken verkaufen, andererseits auch in einem Online-Shop allen Konsumenten zur Verfügung stellen. Ihr Plan: Mode von der Größe 28 bis 74 anzubieten.

Der diesjährige Sonderpreis für das "Beste IT-Konzept" und 2000 Euro Preisgeld gehen ebenfalls nach Cottbus. Das Team von "Cads and Docs", das sich Anfang 2016 gründen möchte, will das ungenutzte Potenzial von Architekturmodellen nutzen. Diese Modelle könnten zum Beispiel die Programmierer von Computerspielen verwenden. Über eine Online-Plattform wollen die Cottbuser Andreas Brandt, Ingo Frank und Stefan Stöhr diese Modelle weltweit anbieten. Ihr Lohn: eine Provision, wenn Modelle nachgenutzt werden.

Platz zwei in der Kategorie "Bestes Unternehmenskonzept" geht in den Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Patrick Neumann aus Freienhufen will Verpackungen, zum Beispiel Kebabtaschen, als Werbeflächen nutzen. Sein im Juni 2015 gegründetes Unternehmen "Packvertising" hat bereits Kooperationen über den Druck von einer Million Kebabtaschen in ganz Deutschland abgeschlossen.

Platz drei in dieser Kategorie hat das Unternehmen Mein-Seenland aus Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) errungen. Michael Freudenberg, Philipp Rother und Anne Heidemüller führen eine länderübergreifende Gästekarte für das Lausitzer Seenland ein. Diese soll das Seenland vermarkten und den Käufern Rabatte bei regionalen Freizeitanbietern sichern. Für das Jahr 2016 ist auch eine Rabattkarte für Einheimische in Planung.

In diesem Jahr haben sich laut Wirtschaftsinitiative Lausitz (Wil) 52 Gründer mit 24 Geschäftsplänen am Lex beteiligt. Insgesamt haben in den vergangenen zwölf Jahren 1068 Gründer mit 686 Geschäftsplänen am Lex teilgenommen. Seit dem Jahr 2009 wird der Wettbewerb durch die Wil organisiert. Die Sieger des lausitzweiten Wettbewerbs kommen bis auf drei Ausnahmen aus Brandenburg. Wil-Vorsitzender Michael von Bronk sagte: "Wir können stolz sein auf mehr als 1000 Lex-Teilnehmer in den vergangenen zwölf Jahren. Viele von ihnen, darunter alle Erstplatzierten der vergangenen Wettbewerbsrunden, behaupten sich mit ihren Firmen am Markt."

Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) lobte die Jungunternehmer: "Wir brauchen Gründerinnen und Gründer wie Sie, die mit guten Ideen, Mut und Ausdauer ihr eigenes Unternehmen etablieren." Sachsens Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Stefan Brangs (SPD), forderte die Gründer auf, den Lex bewusst als Sprungbrett zu nutzen: "Stellen Sie Fragen, lassen Sie sich professionell beraten und planen Sie den Aufbau Ihres Unternehmens bis ins Detail. Der Lex bietet dafür die richtigen Ansprechpartner und Experten."