Die Firma bekommt mehr Anfragen, als dass sie um Kunden werben muss. Partec stellt Geräte zur Diagnostik von Aids, Tuberkulose und Malaria her. "Wir sind in einem Nischenfeld aktiv", sagt Göhde. Partec ist eines von weltweit nur drei Unternehmen, die komplette Lösungen zum Test des Immunstatus bei Aids- und HIV-Patienten entwickelt haben. Die 2000 gegründete Partec GmbH baut kompakte Geräte, mit denen sich kostengünstig und schnell Blutproben in entlegenen Gebieten fernab von Städten untersuchen lassen. Bevor die mobile Technik auf den Markt kam, kostete ein Test 40 Euro, sagt Göhde. Das neue Verfahren macht die für eine gezielte Therapie nötige Diagnose mit weniger als zwei Euro bezahlbarer.2002 stellte Partec - damals noch unter dem Namen CyTecs - das erste mobile Aids-Labor vor. Zu dem Zeitpunkt waren weltweit nur 286 000 der 33 Millionen Aids-Kranken und HIV-Infizierten in Behandlung. Nach Angaben von Unaids, einem Hilfsprogramm der Vereinten Nationen, leben mehr als 95 Prozent der Infizierten in armen Ländern, vor allem in Afrika und Asien. Etwa zehn Millionen Patienten benötigten dringend Betreuung. Inzwischen werden immerhin 1,7 Millionen Betroffene erreicht.Mehr als 1000 Diagnostikgeräte der Marke "CyFlow" hat Partec mittlerweile ausgeliefert. Allein in Nigeria sind 300 in Krankenhäusern, Medizinstationen und bei humanitären Hilfsprojekten im Einsatz. "Mit der Technologie sind wir in mehr als 60 Ländern vertreten", sagte Göhde. Partec stellt sich auf steigenden Bedarf ein und erweitert bis Ende 2010 für insgesamt vier Millionen Euro sein Werk in Görlitz. Mit drei Mitarbeitern hatte die Firma einst begonnen. Der Geschäftsführer geht nun davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten von derzeit 75 auf 100 im kommenden Jahr steigt.