Das Wahlergebnis vom Sonntag hat den Kanzlerkandidaten der SPD aus der Schusslinie gebracht. Ob das so bleibt, steht auf einem anderen Blatt. Der Problem-Peer ist ja immer für einen povokanten Spruch gut.

Kurz vor dem Schicksalswahltag wollte er sich übrigens noch ganz volksnah zeigen. Seine Berater hatten ihm geraten, bei "Wohnzimmer-Gesprächen" Sympathien zu sammeln. Mal ganz ohne Funk und Fernsehen mit Otto Normalbürger reden. Also wurde eine Anzeige in einer niedersächsischen Regionalzeitung geschaltet und schließlich die Familie Bebnowski ausgewählt. Dumm war nur, dass die Tochter des Hauses selbst SPD-Mitglied ist und sogar schon im Wahlkreisbüro von SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil gejobbt hatte. Alles Zufall, hieß es aus Steinbrücks Umfeld. Warum Heil schon vor vier Jahren bei einer ganz ähnlichen PR-Aktion ebenfalls Gast der Bebnowskis war, vermochte allerdings kein Genosse zu erklären. Thomas Oppermann, der Parlamentarische Geschäftsführer, versicherte, dass der nächste Gastgeber Steinbrücks kein "Sozi" sei, sondern "ein Mann mitten aus dem Leben". Was für ein Gegensatz . . .