Im Streit um die SED-Opferrenten verlangten sie eine gesamtdeutsche Regelung. Die drei unionsregierten Länder hatten im August 2002 mit der so genannten Initiative Mitteldeutschland eine engere Zusammenarbeit vereinbart.
Die CDU-Präsidien forderten von der Bundesregierung eine beschäftigungsfördernde Politik. Sie erwarteten nicht nur mehr Geld und neue Hilfen für den Osten Deutschlands, sondern auch die Beibehaltung der bisherigen Förderungen und Absprachen. Nach Auffassung von Thüringens CDU-Landes- und Regierungschef Dieter Althaus unternimmt die Bundesregierung zu wenig, um die Infrastruktur in den neuen Ländern aufzubauen. So dürfe es bei den Infrastrukturprojekten trotz Maut-Desaster keine Abstriche geben.
Mit Blick auf die EU-Umweltpolitik warnten die CDU-Präsidien vor einem Rückschritt beim Wiederaufbau der Industriestandorte Mitteldeutschlands. Um die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes zu sichern, sei im Falle eines Eintrittes von Deutschland in den Handel von Emissionsrechten darauf zu achten, dass die erbrachten Leistungen der vergangenen zwölf Jahre nicht unter den Tisch fielen, sagte Sachsen-Anhalts CDU-Landes- und Regierungschef Wolfgang Böhmer. Die seit der Wiedervereinigung Deutschlands bereits erreichte Kohlendioxid-Reduzierung müsse berücksichtigt werden. Die Entwicklung der EU dürfe den Standort Mitteldeutschland nicht belasten, verlangte Böhmer. Er wolle einen Chemiekongress initiieren, bei dem über die Richtlinien von Chemikalien und der Chemieindustrie diskutiert werden solle.
Mit Nachdruck setzten sich die Gremien für den Erhalt der Entschädigung politischer Opfer des DDR-Regimes ein. Sie wollten für die Fortsetzung der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge und der Kriegsheimkehrerstiftung bis zur Erledigung der Aufgaben eintreten, sagte Böhmer. Die CDU-Spitzen bedauerten die Entscheidung der rot-grünen Koalition im Bundestag zu den Opferrenten und forderten eine gesamtdeutsche Lösung.
Böhmer betonte, die Bundesregierung könne sich der Problematik nicht entziehen. Die drei CDU-Landesverbände erwarteten eine weitere Initiative über den Bundesrat. Die Opferentschädigung dürfe nicht nur an den neuen Bundesländern "hängen bleiben", sagte Böhmer. Damit würde der Osten Deutschlands in die Rolle eines Rechtsnachfolgers der DDR gebracht werden. Dies sei inakzeptabel.
Weiter verpflichteten sich die CDU-Spitzen, die im August 2002 vereinbarte engere Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative Mitteldeutschland solle im vollen Umfang umgesetzt werden. Ziel der Kooperation sei die Senkung der Verwaltungsausgaben. Künftig sollen darüber hinaus auch die Außenhandelsaktivitäten zwischen den Landesregierungen und die Arbeit in den Gremien der Landesverbände abgestimmt werden.