Egal ob bei der fünfbändigen Mittelalter-Saga über die Hebamme Marthe oder bei ihrem neuesten Buch über die Völkerschlacht - Ebert verfolgt ein selbstgestecktes Ziel: "Jedes Detail muss stimmen."

Man nimmt es der kleinen Frau mit den roten Haaren sofort ab, dass sie bei der Arbeit an ihren Büchern akribisch durch die Archive wühlt und dabei praktisch in der Geschichte lebt. So kenntnisreich redet sie über Jena und Auerstedt zur Zeit Napoleons oder über einen kaum bekannten Schriftwechsel des sächsischen Hofes um 1800, den sie im Hauptstaatsarchiv Sachsen ausfindig gemacht hat. Für die Arbeit an "1813 - Kriegsfeuer" hat sie extra ihren Wohnsitz von Freiberg nach Leipzig verlegt. Sie habe das Flair der Stadt spüren müssen, um über die Völkerschlacht schreiben zu können, sagt sie. Logisch, dass sie auch bei den traditionellen Jahrfeiern der Völkerschlacht, an denen Tausende Historienfans das Geschehen nachstellen, mitmischte.

Ebert ist eigentlich Journalistin, die über das Schreiben von Artikeln und Sachbüchern zur Freiberger Geschichte zur Autorin historischer Romane wurde. "Im Sachbuch gibt es irgendwann nicht mehr so viele Möglichkeiten zu variieren", sagt Ebert. Die Geschichte der Siedler im Osten zur Zeit der ersten Silberfunde im Erzgebirge sei ein so spannender Stoff, dass sie sich irgendwann gesagt habe: "Versuchst du es mal als Roman." "Das Geheimnis der Hebamme" erschien 2006 - und wurde zum Bestseller. "Das war wie eine Lawine, die ins Rollen gekommen ist, und es wurde immer verrückter", sagt Ebert. Insgesamt hat sie schon mehr 2,5 Millionen Bücher verkauft.

Wichtig sei ihr vor allem Bodenhaftung. "Der Ruhm von gestern hilft einem beim nächsten Buch überhaupt nicht", sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder. Schon eher aber, nach Anleitung Kontratänze am Dresdner Hof um 1800 zu lernen. Und das macht die Autorin dann auch.