Nach weiterem Zulauf für die Anti-Islam-Bewegung Pegida in Dresden gibt es neben klarer Distanz auch das Angebot zum Dialog. Die AfD im sächsischen Landtag lud die Pegida-Führung für Januar zu einem Gespräch ein. Sachsens Regierung sowie CDU, SPD und Linke im Landtag signalisierten Bereitschaft, mit Teilnehmern der wöchentlichen Pegida-Kundgebungen in Dresden ins Gespräch zu kommen. Für die Grünen ist die Bewegung hingegen kein Dialogpartner. Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" und hat in Dresden inzwischen den Charakter von Massenprotesten angenommen. AfD-Chefin Frauke Petry sieht ihre Partei bei dem Thema nicht gespalten. Vize-AfD-Sprecher Hans-Olaf Henkel hatte am Montag Mitgliedern seiner Partei abgeraten, sich an "Demonstrationen von selbst ernannten Islamkritikern" zu beteiligen. Dennoch reiste Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland am Montagabend zur Demonstration nach Dresden, die mit rund 15 000 Menschen ihren bisher stärksten Zulauf hatte.

Petry zufolge hat sich die AfD-Spitze im sächsischen Landtag bisher nicht an den Demonstrationen beteiligt, einzelne Mitglieder der Partei aber schon. Noch seien die veröffentlichten Positionen von Pegida unscharf. Gleichzeitig bemerkte die Fraktionsvorsitzende: "Es gibt, wenn man das wohlwollend interpretiert, eine recht große Überschneidung an Themen, vor allem was unsere Forderung zur Umsetzung des Asylrechtes in Deutschland angeht."

Für einen Dialog gebe es kein Patentrezept, betonte Regierungssprecher Christian Hoose. "An unserer Gesprächsbereitschaft soll es nicht fehlen", sagte Christian Piwarz, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. SPD-Fraktionschef Dirk Panter verwies darauf, dass die Pegida-Organisatoren bislang alle Angebote zum Dialog abgelehnt hätten. Man müsse aber mit der Masse der Menschen ins Gespräch kommen. Die Linken würden sich nach Aussagen ihres Partei- und Fraktionschefs Rico Gebhardt einem Dialog nicht verschließen, wenn die Kirchen dazu einladen würden.