Dann werden Sternsinger aus den katholischen Gemeinden in Frankfurt an der Oder und Königs Wusterhausen als Heilige Drei Könige verkleidet zu Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landtagspräsidentin Britta Stark (beide SPD) kommen, und den Segen für das neue Jahr an Eingangs- und Bürotüren schreiben.

"20 C+M+B 15" steht dann dort, "Christus Mansionem benedicat", "Christus segne dieses Haus". Eine Tradition, die auch in der Lausitz höchst lebendig ist. Während andernorts in Deutschland von einem "Sternsingermangel" die Rede ist, weil nicht mehr genug Kinder zur Verfügung stehen, um bei allen interessierten Familien die Häuser zu segnen, kommen auf die 28 000 katholischen Christen des kleinen Bistums Görlitz immerhin rund 500 Sternsinger. Im Durchschnitt sammeln sie mehr als 35 000 Euro pro Jahr für bedürftige Kinder und Jugendliche in der Dritten Welt.

Nur ein Haus in Potsdam wird in diesem Jahr wohl nicht gesegnet: Im Bildungsministerium, wo im vergangenen Jahr der Personalrat gegen die angebliche religiöse Vereinnahmung durch den Besuch der Sternsinger auf dem Neujahrsempfang der Ministerin protestierte, ist nach Angaben von Ministeriumssprecher Florian Engels in diesem Jahr kein Termin angesetzt. Da darf man dann gespannt sein, wie sich der fehlende Segen auf die Brandenburger Schulpolitik des Jahres 2015 auswirken wird.