Das Renaissanceschloss hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Ziel für Orgelfreunde entwickelt. In dem Luftkurort auf 850 Meter Höhe dreht sich - fast - alles um Gottfried Silbermann (1683 bis 1753), den legendären sächsischen Orgelbauer, der zusammen mit seinem im Elsass wirkenden Bruder Andreas Musikgeschichte schrieb.
"Im Schnitt verzeichnet das Museum rund 30 000 Besucher", sagt Müller. Der flutbedingte Einbruch ließ die Besucherzahlen 2002 auf knapp 17 000 und ein Jahr später auf 20 000 sinken. Doch der Strom der Besucher lässt darauf hoffen, dass 2004 wieder das Niveau von 2001 erreicht wird.
Ein Heimatmuseum gibt es Müller zufolge schon seit 1900 in Frauenstein. Dieses war jedoch zunächst nicht im Schloss, sondern im Torgebäude untergebracht. Das Schloss selbst war zu DDR-Zeiten im Besitz der Reichsbahn und diente als Ferien- und Erholungsheim. 1983 - zum 300. Geburtstag Silbermanns - begann man mit dem Aufbau einer dem Orgelbauer gewidmeten Sammlung, um die sich vor allem der bekannte Silbermann-Forscher Werner Müller verdient gemacht hat.
Frauenstein selbst besitzt heute keine Silbermann-Orgel mehr. Der Meister baute zwar zwei Instrumente für seine Vaterstadt, doch wurden diese 1728 und 1869 bei Stadtbränden ein Raub der Flammen. Lediglich in der Kirche im benachbarten Nassau gibt es noch ein spielfähiges Instrument aus der Hand des Meisters. Besichtigen kann man noch in Frauenstein das Geburtshaus von Michael Silbermann, dem Vater der Orgel bauenden Brüder, und das Silbermannsche Familienhaus im nahen Kleinbobritsch.
Kernstück der heutigen Sammlung ist eine nachgebaute Silbermann-Orgel des renommierten Dresdner Orgelbauers Kristian Wegscheider, die für ihren Klang weit über die Region bekannt ist und regelmäßig zu den Silbermann-Tagen gespielt wird. Hinzu kommen historische Instrumente wie ein Cembalo, eine mechanische Schleifladenorgel und ein Klavichord. In Vitrinen werden Original-Dokumente zu Leben, Wirken und Zeit Silbermanns gezeigt sowie Teile von Silbermann-Orgeln, die bei Orgelrestaurierungen übrig blieben und Spenden der sächsischen Orgelbauer Jehmlich, Eule, Rühle und Wegscheider sind. Im Aufbau ist derzeit eine Miniatur-Orgelbauwerkstatt im Stil von 1750. Außerdem erhielt das Museum eine wertvolle historische Bibel von 1711, die derzeit in Altenburg restauriert wird.
Seit 1998 ist das gesamte Erdgeschoss des Schlosses Museum. Im Foyer findet der Besucher eine Dokumentation noch bestehender Silbermann-Orgeln. Ein weiterer Raum ist der Burg-, Stadt- und Amtsgeschichte Frauensteins gewidmet. Sehenswert ist auch eine Abteilung zur Post- und Verkehrsgeschichte, die vor allem liebevoll an die ehemalige Schmalspurbahn erinnert, die von 1898 bis 1971 Frauenstein mit Klingenberg-Colmnitz an der Sachsen-Magistrale Dresden-Nürnberg verband, bis sie nach einem schweren Zugunglück geschlossen wurde.
Neben dem Schloss liegt die Ruine der alten Amtsburg, die um 1200 entstand und lange Zeit Verwaltungssitz war. Die Burg ist seit einem Stadtbrand Ruine, aber heute "befestigt" und begehbar. Im Burghof finden im Sommer Heimatfeste und Konzerte statt.
Informationen im Internet www.frauenstein-erzgebirge.de