Bundestrainer Joachim Löw wird sein Team für das Duell in Köln im Vergleich zum 2:0-Erfolg in Wales gleich auf mehreren Positionen umbauen. Lukas Podolski und Patrick Helmes hat er schon das Signal für einen gemeinsamen Einsatz in ihrer Heimatstadt gegeben. „Dass ich mit Patrick spielen darf, ist toll“, sagte Podolski bei der DFB-Pressekonferenz.

Jens Lehmann konnte wie der ebenfalls angeschlagene Schalker Verteidiger Christian Pander (Oberschenkelprellung) nicht mit der Mannschaft trainieren und wird wegen seiner schmerzhaften Ellenbogenblessur den Platz im Tor für ein Spiel wohl freiwillig räumen. „Das ist eine sehr unangenehme Verletzung. Ich glaube nicht, dass ich am Mittwoch spielen werde“, sagte Lehmann. Seine Vertreter Timo Hildebrand und Robert Enke kommen somit wahrscheinlich zu je 45 Länderspielminuten. „Die eine oder andere Umstellung wird es geben“, kündigte Löw an. Der gegen Wales gesperrte Leverkusener Bernd Schneider kehrt ins Mittelfeld zurück und wird anstelle von Michael Ballack auch wieder die Kapitänsbinde tragen.

Mit einem Entspannungsprogramm versuchte Löw seine Auswahl auf das Spiel gegen die in ihrer EM-Qualifikationsgruppe ähnlich erfolgreich wie das DFB-Team auftretenden Rumänen einzustimmen. Im Hotel konnten sich die Nationalspieler mit Yogaübungen den Nachmittag vertreiben. Podolski musste auf die für Fußballer immer noch ungewöhnliche Einheit allerdings verzichten. Der „Kölsche Jung“ in Diensten des FC Bayern München drehte mit einigen Kollegen in einem Schloss in Bergisch Gladbach einen Werbespot.

Für Ballack stand nach zähen Verhandlungen zwischen adidas und dem FC Chelsea in London zwar ein Learjet bereit, um ihn ebenfalls noch zu den Filmaufnahmen einzufliegen. Doch der DFB-Kapitän ging nicht an Bord der Maschine und gab eine Woche nach seiner Ausbootung aus dem Champions-League-Kader den Spekulationen über ein angespanntes Verhältnis zu seinem englischen Arbeitgeber neue Nahrung. Beim DFB herrschte Unverständnis und Empörung über das Vorgehen des Vereins: „Mich wundert, wie Chelsea damit umgegangen ist. Das ist keine Art. Anscheinend hat der Verein andere Methoden“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Jede Art von Missstimmung soll gegen Rumänien unbedingt vermieden werden - stattdessen erhofft man sich beim DFB eine tolle Party am Rhein. Mit ihrem Hit „Viva Colonia“ soll die Kölner Band „Höhner“ dem Publikum schon vor dem Anpfiff einheizen. Dann setzt Löw bei der Revanche für die demütigende 1:5-Niederlage beim letzten Test gegen Rumänien im April 2004 auf den zuletzt in England und Wales gezeigten Charakter seines Teams. „Wir sehen viele Automatismen“, sprach der Bundestrainer von einer grundweg positiven Entwicklung. Allerdings dürfte der Gegner der deutschen Mannschaft mehr abverlangen als zuletzt die biederen Waliser. „Gegen Deutschland ist es mehr als ein Freundschaftsspiel für uns“, sagte der Ex-Kölner Dorinel Munteanu.

Trotz der Kritik an seinen intensiven Personalrochaden im letzten Testheimspiel gegen Dänemark (0:1) im März wird der Bundestrainer wieder eine große Rotation vornehmen, dabei aber die Interessen der Bundesliga-Clubs nur teilweise berücksichtigen. „Wir müssen überlegen, ob wir einem anderen Innenverteidiger das Vertrauen geben“, nannte Löw ein Beispiel für notwendige Abwägungen. Per Mertesacker muss mit Werder Bremen schon am 14. September wieder in der Bundesliga bei Borussia Dortmund antreten und soll darum eine Pause erhalten. „Der Trainer versucht auch diesmal, dass die bestmögliche Mannschaft anfängt, aber wir müssen auch Rücksicht auf die Vereine nehmen“, sagte Bierhoff.