Es ist kurz vor Mitternacht. "DE 4491 Hurghada scheint gut gelandet, und hier der hoffentlich letzte Wert für heute: 27,4db", schreibt Raschke auf seinem Facebook-Profil.

Für eine Nacht hat sich Raschke bei einer Schulzendorfer Familie einquartiert, um einmal selbst den Lärm in der Einflugschneise zu erleben. Denn kaum ein Thema wird im Zusammenhang mit dem Pannenflughafen BER so intensiv diskutiert wie die Belastung der Anwohner durch den Fluglärm. Vor allem aber werde das Thema "immer so unfassbar ernst diskutiert", sagt Raschke. Mit seiner Aktion wolle er sich der Angelegenheit einmal "augenzwinkernd" widmen. Doch das ist leichter gesagt als getan: Ein Flugzeug aus Olbia etwa kommt in dieser Nacht nicht nach Berlin - die ursprünglich eingesetzte Maschine ging kaputt, und das Ersatzflugzeug konnte wegen des Nachtflugverbots in Schönefeld nicht starten.

Und auch der Lärm scheint dann am Ende nicht so groß: Die meisten Flugzeuge verursachen nur Belastungen von 72 oder 73 Dezibel. "Ein Frühstück auf der Terrasse wäre sicher nicht gegangen", sagt der Landtagsabgeordnete hinterher. Und am BER würden ja fünf Mal so viele Flugzeuge fliegen. Doch am Ende der Aktion richtet er sein Messgerät noch auf eine heftig schimpfende Amsel in 15 Metern Entfernung: Sie verursacht 59 Dezibel. Was auch Raschke nach einer eher kurzen Nacht zu dem Fazit bringt: "Das zeigt: Lärm ist halt immer auch subjektiv."