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| 01:03 Uhr

Mit Losglück zum WM-Ticket

neu-Isenburg.. Es ist der Traum jedes Fußball-Fans, live bei den WM-Spielen 2006 in Deutschland dabei zu sein. Dieser Traum wird sich aber vermutlich nur für einen Teil der Interessenten erfüllen. Letztlich wird das Los entscheiden. Mindestens 1,1 Millionen Karten sollen nach den Plänen des WM-Organisationskomitees (WM-OK) im freien Verkauf angeboten werden, wurde gestern in Neu-Isenburg mitgeteilt.


 „Bis auf das
Ticketing
geht‘s uns gut.“
 Franz Beckenbauer,
WM-OK-Chef



Das Gros der Karten ist in festen Kontingenten für privilegierte Gruppen vergeben. Nach Abzug von Medienplätzen, Reserven für Staats-und Ehrengästen und Sicherheitsreserven bleiben von der Brutto-Kapazität von 3,37 Millionen für die 64 Spiele noch 2,93 Millionen verkaufbare Karten übrig. Davon entfallen 555 000 Tickets auf Sponsoren und 468 000 Karten auf die teilnehmenden Verbände. 347 000 hochpreisige Tickets sind im Hospitality-Programm für besonders zahlungskräftige Kunden verankert. 191 000 Tickets behält der Weltverband Fifa für sich und nicht qualifizierte Verbände, 64 000 Tickets bekommen die TV-Rechteinhaber.
389 000 Tickets erhält der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Damit soll die „deutsche Fußball-Familie“, die vom ehrenamtlichen Mitarbeiter über den Landesverbands-Funktionär bis zur Nationalspieler-Ehefrau reicht, bedient werden. Somit bleiben dem öffentlichen Verkauf nur noch 913 000 Karten garantiert. Nach Angaben von DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt kommen mindestens 200 000 Karten als Rückläufer aus den Fest-Kontingenten sowie durch die Auflösung der Sicherheitsreserve später hinzu.
Die größte Chance auf eine Karte hat der Fan in der ersten von insgesamt fünf Verkaufsphasen, obwohl mit rund 30 Millionen Anmeldungen für die 812 000 Karten gerechnet wird. Vom 1. Februar (null Uhr) bis zum 31. März (24 Uhr) können via Internet pro Haushalt für maximal sieben Spiele jeweils bis zu vier Tickets geordert werden. Für die günstigste Preiskategorie (35 Euro in der Vorrunde bis 120 Euro im Finale) liegt die Beschränkung bei zwei Karten pro Be stel ler für maximal drei Spiele. Bereits am 15. April werden nach einem zertifizierten Verfahren unter notarieller Aufsicht die Gewinner der ersten Verkaufstranche ermittelt.
Dabei muss vom Besteller schon jetzt namentlich festgelegt werden, wer mit ins Stadion genommen wird. Das WM-OK verlangt von jedem Besucher ausführliche Daten bis hin zu Ausweisnummer und E- Mail- Adresse, was bereits den Protest von Datenschützern hervorgerufen hat.
Damit soll nach Schmidts Darstellung der Schwarzmarkt, der bei vergangenen Fußball-Großereignissen vornehmlich über das Internet-Auktionshaus ebay florierte, bekämpft werden. Nur mit ausdrücklicher Genehmigung des OK, zum Beispiel bei Krankheit, können Tickets auf eine andere Person übertragen werden.
„Wir werden das eine oder andere Mal in die Kritik geraten, aber das ist nun mal so“, machte sich OK-Chef Franz Beckenbauer gar keine Illusionen über das Echo auf das Ticketing-Verfahren, an dem die Organisatoren noch am Sonntag gebastelt hatten. Und trotzdem, da ist sich Beckenbauer sicher, sind längst nicht alle Probleme gelöst. Immerhin: „Bis auf das Ticketing geht‘s uns gut.“
(AFP/roe) Die WM-Tickets im Internet
www.fifaworldcup.com