Bereits im August 2011 hatte es in Jänschwalde ein Klimacamp gegeben, in dessen Folge Aktivisten unter anderem die Büros von SPD und Linkspartei in Cottbus und die Landeszentrale der Linken in Potsdam besetzten.

In diesem Jahr wird das Lausitzer Klimacamp parallel zu ähnlichen Veranstaltungen im Rheinischen Braunkohlerevier bei Köln und in Hohenmölsen bei Lützen (Sachsen-Anhalt) stattfinden. "Wir wollen uns mit dem Klima- und Energiecamp in der Lausitz tatkräftig für eine Zukunft ohne Kohle und Atom einsetzen", sagte Eichberger. Dezentrale erneuerbare Energiequellen seien die Grundlage für eine Energieversorgung, die sich an den Lebensinteressen der Menschen orientiere. "Großkonzerne wie RWE und Vattenfall folgen zentralistischen Kapitalinteressen", so Eichberger. "Der dringend notwendige sozialverträgliche Umbau des Energiesystems in der kohleabhängigen Lausitz bleibt dabei auf der Strecke." Die Sprecherin des Lausitzer Klimacamps übte in Berlin massive Kritik an dem schwedischen Energiekonzern. "Wir glauben nicht, dass der Neubau in Jänschwalde ad actam gelegt ist", so Eichberger. "Man kann Vattenfall nicht trauen, ganz egal, welches grüne Mäntelchen sich der Konzern umlegt."

Der Sprecher der Rheinischen Initiative "ausgeCOhlt", Patrick Stölzel, verwies darauf, dass Braunkohlenkraftwerke für die Energiekonzerne "Gelddruckmaschinen" seien. Die Idee der Klimacamps sei "eine Gegenbewegung", die ein "Versuchslabor für eine andere Gesellschaft" sein wolle. "Auch Solarzellen und Windräder verbrauchen seltene Erden", sagte Stölzel. "Wir müssen deswegen wegkommen vom Wachstumswahn der Gesellschaft."

Wie Eichberger betonte, sei das diesjährige Klimacamp ebenfalls in Jänschwalde geplant gewesen. Allerdings sei die dortige Gemeindevertretung nicht bereit gewesen, die Veranstaltung zu unterstützen, erklärte Eichberger. Auch hätten Unterstützer des Klimacamps in Jänschwalde im Juli "Besuch von der Polizei erhalten", die eine sogenannte "Gefährderansprache" durchgeführt habe. "Der lange Arm von Vattenfall reicht bis in die Polizeistrukturen der Region", so Eichberger. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage wies Vattenfall die von den Aktivisten des Klimacamps erhobenen Vorwürfe indes zurück. "Wir haben mit der Polizeiaktion in Jänschwalde nichts zu tun, und weisen das weit von uns", sagt Sandra Kühberger, Sprecherin von Vattenfall Europe. Auch die Sprecherin der Polizeidirektion Süd, Ines Filohn, erklärte gegenüber der RUNDSCHAU, dass in Jänschwalde lediglich der zuständige Revierpolizist und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei zwei Familien zu Besuch waren, die auf der Website des Lausitzcamps als Veranstalter genannt wurden. "Es ging darum, sie auf die Pflichten hinzuweisen, die entstehen, wenn sie eine größere Zahl von Menschen auf ihrem Grundstück beherbergen", so Filohn. "Alle anderen Vorwürfe sind totaler Schwachsinn."