Ein Komitee bereitet jetzt die Feierlichkeiten im Sommer 2003 vor, wenn sich die "Umleitung" der Oder zum 250. Male jährt.
"Vor 1746 war das Oderbruch eine unwegsame Gewässerlandschaft", erläutert der Direktor des Oderland-Museums in Bad Freienwalde, Reinhard Schmook. Kleine Fischersiedlungen lagen auf den Sandinseln in der eiszeitlich geformten Auenlandschaft, die auch bei Hochwasser trocken blieben.
Der preußische König Friedrich II. dachte vor allem an sein Militär, als er 1746 plante, das Oderbruch trockenzulegen. Sein Ziel: Die Region zwischen Hohensaaten und Lebus sollte die Garnisonen mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen versorgen. Am 21. Januar 1747 gab der König den Startschuss zu dem Mammutprojekt. "Kernstück war der Bau eines Kanals, der die Oder um 25 Kilometer abkürzen sollte", sagt Schmook. In Handarbeit mussten das neue Flussbett durch einen Höhenrücken gegraben werden. Nur sechs Jahre nach Beginn der Arbeiten war der 20 Kilometer lange Kanal zwischen Güstebiese und Hohensaaten 1753 fertig.
"Es gab viele Unkenrufe, dass das nicht funktionieren werde", erzählt der Museumsdirektor. Der 2. Juli 1753 belehrte die Kritiker eines Besseren: An diesem Tag wurde bei Güstebiese der Fangdamm durchstochen - die Oder wechselte das Bett."Das war eine ingenieurtechnische Meisterleistung ¯ High-Tech würden wir heute sagen", meint Volkskundler Schmook.
Von Mai an wollen die Nachfahren der Pioniere von einst das Jubiläum gebührend feiern. Höhepunkt der Feierlichkeiten soll ein Volksfest am 5. Juli in Güstebiese sein, direkt an der Stelle, wo 1753 der Deich durchstochen wurde.